Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 1
- Article
- Probe einer rhythmischen Übersetzung des Thachkhemoni von R. Jehudah Elcharisi
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 2)
- Language
- German
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2. Probe einer Uebersetzung beS Tachkheinoni.!3l Poesie erfreut, ist kaum daran zu zweifeln/ daß man einem solchen Ver» suche, welcher uns mit Geist und Form derselben vertraut macht, die freudigste Aufnahme nicht versagen wird. — Der Herr Verf. hat ferner versucht, „die schönsten und geistreichsten Parabeln und Fabeln aus Thalmud und Midraschim im deutsche Tracht zu kleiden," und er denkt, „diesen Winter eine Sammlung von vierhundert Erzählungen abzuschlicsten und sie hcrauSzugeben." Auch von diesen liegen mir drei zur Probe vor, bei welchen die künstlerische Form eines deutschen Gedichtes (.Metrum und Reim) sich sehr freundlich mit der schmucklosen Einfalt der Darstellung gattet. DaS Publicum möge diesen Leistungen seine Aufmerksamkeit schenken! 0). Vierte Pforte des Thachkhernoui von N. Jehuda Alchanzi, darinnen sich zwei Dichter zeigen, — mit denen keine andern zu vergleichen. Heman, der Ezrachitc, spricht: Als icknoch jung an Jahren — und unerfahren, — sah ich zwei Hebräer, die sich zum Streite stellten, — wie gewappnete Helden. — Aus ihrem Munde schwangen sie Keile, — von ihrer Zunge flogen Lanzen und Pfeile; — die Leute sammelten sich zu ihrem Streite — und liefen von jeder Seite — und drängten sich um beide. — Der Eine war alt und verdorrt sein Saft — der Andere jung und voll Lebenskraft; — und sie kämpften gewaltig als wie zwei Leuen — oder zwei Adler, die in der Luft sich zu morden dräuen. — Der Eine sprach: Von Gott ist mein Beruf, — Er ist'S, der mich num Dichter schuf,-- und der da erhebt sich über den HimmelSkrciS — und brüstet sich, ihm gebühre der Preis! — Und als ihr Kampf aufloderte in lichter Glutd, — und zum Himmel tönte ihrer Stimme Wuth, — traten sic vor den SchicdSmannFlammen ihre Gesichter, —ihre Augen Fenerlichter, — und so kam beider Sache vor den Richter. — Und es sprachen zu ihm die Entzweiten: — Gefällt'S unscrm Herrn, so mog' er entscheiden, — wer da Recht hat von uns beiden! — der Richter sprach: So sagt mir den Grund Euerer Beleidigung, — und führet an Eure Vertheidigung! — und den Gerichten wird schützen sein Recht, — und den Frevler das Unrecht fangen, dessen er sich erfrecht! — Der Aclterc sprach: Mein Herr wolle sein Ohr mir neigen, - so will ich ihm meines Gegners Frevel anzeigen, der