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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 1 · p. Seite 55

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 1
Article
Noch ein Wort über die jüdischen Trauergebräuche
Date
1839-01-01
Page
Seite 55 (sequence 2)
Language
German
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über die indischen Tranergebräuche. 55 Glaubensgenossen gegen Leidende, wie hart und fast grausam sie bei der Ausübung dieser Handlung an Leidtragenden erscheinen. Es ist das harte Gesetz, welches das Messer in der Hand hat, und unbarmherzig schneidet und schneidet durch das Oberkleid und durch die Unterkleider „bis anfS Herz." Und das geschieht noch am offenen Grabe des Vaters oder der Mutter, am offenen Sarge, und nebenbei wird da noch einmal dem Leichname Abbitte gethan, das; ciuun daS Herz im Leibe schaudert und zerspringen mochte. Ist eö menschlich, dem Trauernden auf diese Weise die Seele zu zerreißen? — Meint auch die Schrift also, wenn sie sagt: „gebt Wein den betrübten Eemüthern, daß sie ihres Elendes vergessen?" Weshalb hat man dem Trauernden „den Trosibecher gereicht über seinen Vater und seine Mutter," und weshalb haben die Alten ein Mahl gehalten nach dem Leichciibegängn'ß? weshalb anders, als um den schwerbedrängten Trauernden zu erleichtern, und wie ist bei unS Alles dazu geeignet, ihn nur noch mehr zu belasten und uiederzubengeu? weshalb anders sagt auch der Thalmud: „mau halte sich in Sachen der Trauer an die Worte dessen, der'S leicht macht "77^2 niidnals deshalb, weil der Trauertragende ohnedies schon zu sehr beschwert ist, als daß man ihn noch mehr mit Gesetzen und Förmlichkeiten erdrücken sollte? — Aber wie bei so vielen starrgewvrdenen Formen unserer heiligen Religion, also auch hier. Unfern eifervollen frommen Gesetzeslehrern wurde oft, ohne daß sie es merkten, der Mensch entrückt, und das Gesetz trat an seine Stelle: der Mensch wurde Form, das Gesetz wurde Sache. — Es wird im Thalmud (Moed Katvn 26 b.) weitläufig über die Beschaffenheit des NisseS abgehandelt, und da ist es eigen zu lesen: „Manche meinen, er gehe bis an die Herzgegend, und obwohl es keinen Beweis für diese Meinung abgiebt, so liegt doch ein Anklaug in den Worten der Schrift: zerreißet eure Herzen und nicht

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