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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 1 · p. Seite 12

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 1
Article
Der Formglaube in seinem Unwerthe und in seinen Folgen
Date
1839-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 H. DaS Wesen deS JndenthumS ihn die Kabbalah in ein System zu bringen versuchte. Waren die Ceremvnien ihrer inner« Anregung verlustig worden, so mußte ihre Ausübung als auf die Weltordnung Einfluß gewinnend betrachtet werden; der Schofarton sollte den Satan in seinem Anklägeramte verwirren, der Feststrauß mußte mit den sieben patriarchalischen Männern Israels in nähere Verbindung bringen, und wie die kindische Beschränktheit sich ferner die eingreifende Verbindung zwischen der geistig"« und sinnlichen Welt dachte. Was der Prophet tiefblickend von seiner Zeit ausgesprochen: »siehe, wie daü Volk seinen Gott sucht, für die Lebenden bei den Tobten!* — Daü wiederholte sich in noch weit ausgedehnterem Maße. Diesen Aberglauben zu bekämpfen und die Herrschaft deS sittlichen Bewußtseins zu befestigen, bedarf eS deS redlichen Kampfes gegen des ersteren Wurzel und des letzteren Widersacher, deö Kampfes gegen — den nackten Formglauben. II. DaS Wesen deS Iudenthnms nach seinen allgemeinsten Grundzugen. Im Jndenthnme unserer Zeit ist das Dasein einer Unbehaglichkeit ausgemachte Thatsache; nothwendige Folgerung hieraus, daß eS leide und erkrankt sei; allein noch scheint eS nicht gelungen, den verschiedenartigen Indikationen auf den Grund zu kommen und die nöthige Umgestaltung darauf zu begründen. Wer zweifelt daran, daß in diesem Körper Vieles sich angehäuft habe, dessen.Ausscheidung Noth thue, wenn eine feste Gesundheit wieder einkehren soll? aber wer hat noch gesagt, was entfernt, was erhalten, was Stoff des TvdeS, waö deS Lebens sei? — Verlassen wir das Bild und sprechen unsere Meinung mit trocknen Worten ans, was eS eigentlich sei, worüber wir eine DiScnssion eröffnen möchten.

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