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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 477

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Frankfurt a. M. [Nachricht]
Date
1837-01-01
Page
Seite 477 (sequence 2)
Language
German
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Nachrichten. 477 jedoch noch Andere, die klugen Meister; es sind dies Männer, welche in der Lhat einige Einsicht in die jüdischen Verhältnisse besitzen, aber auch glauben, sie müßten überall mit ihrem Rathe bereit sein, sonst ginge es nicht, die jedoch in ihrem Rathe über die ganz enge Sphäre ihrer Klugheit nicht hinauskommen, von einem welthistorischen Standpunkte nichts wissen, sondern ihre ganze Kraft darein setzen, zu fragen, was wohl Der oder Jener sagen werde, ob nicht vielleicht hie und da eine kleine Uneinigkeit entstehen werde, wenn man der geschichtlichen Nothigung, die tagtäglich mit größerer Gewalt über uns hereinbricht, nachgäbe; wie man hingegen am Wirksamsten verfahre, wenn man mit der größten Bedächtigkeit an die geringsten Kleinigkeiten gehe, so daß vielleicht in hundert Jahren man endlich mit dem großen Worte offen hervortreten könne: ihr dürft am Sabbathe einen Stock in die Hand nehmen. Solche Leute sehen nicht den innern lebendigen Drang, welcher in der jetzigen Krisis des Iudenthums liegt, und haben bloö einzelne Männer in den Gemeinden vor Augen, welche einen freien Ausspruch verdammen, und vergessen, daß auf dem von ihnen vorgeschlagenen Wege bald unter allen Verständigen von einem Iudenthume nichts mehr anzutreffen sein wird. Ob es nun wahr ist, was hier Einige behaupten wollten, daß diese Insinuationen nicht ohne Eindruck geblieben seien, wage ich nicht zu entscheiden.*) — Auch einige Christen habe ich über die Sache urtheilen hören; daß sie aus Unkenntnis; der jüdischen Verhältnisse, den Zweck deeser Zusammenkunft ganz falsch auffaßten, an Verlegung des Sabbaths auf dm Sonntag, an Aufhebung der Beschneidung u. dgl. dachten, ist sehr verzeihlich. Von demselben Stand- Puncte aus, aber mit entgegengesetzter Ansicht, und mit einer ihm sehr unziemlichen richterlichen Anmaßung, äußerte sich ein Referent im hiesigen „Phönix." Er meint, da die Juden nun einmal an. die pentateuchkschen Gesetze gebunden seien, so nütze eine solche Zusammenkunft gar nichts; nur würden die zusammengekommenen Rabbiner erfahren, wie uneinig sie unter sich selbst seien. Der Mann kennt das bestehende Iudenthum und die neueren Bestrebungen in demselben vortrefflich. Ich glaube, diesen Referenten zu kennen, und erkenne in ihm denselben, der, man muß es ihm zugestehen, für die allgemeine Betrachtung der Dinge und für das letzte Ziel religiöser Bestrebungen den richtigen ideellen Maßstab hat, aber das Leben in der Gegenwart durchaus nicht kennt, die vorbereitenden Versuche nicht zu würdigen weiß und daher über dieselben auf lächerliche Weise abspricht. Andere Zeitungsartikel, welche offenbar von Unberufenen ausgingen, brachten Irrthümer anderer Art vor. So hieß es, aus Baden habe sich nicht em einziger eingesunden z nun G. *) Ich glaube, dies verneinend entscheiden zu dürfen.

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