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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 377

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Neuhebräische Poesie [Rezension]
Date
1837-01-01
Page
Seite 377 (sequence 2)
Language
German
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377 1. Nerchebräische Poesie. Die Sprache eines Volkes ist sein unmittelbarstes geistiges Eigenthum; sie trägt den Charakter seiner Anlagen in sich, und ihre Stufe gibt einen sichern Maßstab her für die Beurtheilung seiner Bildungsstufe. Wie das Volk sein geistiges Gut durch sie sich zum Bewußtseyu bringt, so prägt auch sie, das erste und innerlichste Erzeugniß des VolkSgeisteö, ihre Individualität allen übrigen, aus dem dunkeln Schachte erst später und allmälig an's Licht hervortretenden Gestaltungen auf, und umgekehrt therlt sie wiederum in Blüthe und Sinken das Schicksal der geistigen Bolkskraft. So diese, geschwächt und geknickt, siech wird, schwindet auch die lebendige Innerlichkeit und Kraft der Sprache immer mehr; sie wird ein abgestandenes Gewächs, das selbstständig nicht mehr in lebendigem Verkehre mit dem mütterlichen Boden von dort her seine Nahrung zieht, aber in dieser scheinbaren Selbstständigkeit auch seinem Welken unrettbar entgegeneilt; sie ist nicht mehr der ewig neu aus der Brust sprudelnde Quell , sondern wird Zu einem losgetrennten Wasser, das der traurigen Verwandlung zur Pfütze cntgegensieht; sie ist nicht ein stets neues inneres Erzeugniß, sondern ein äußeres Besitzthum. Wo es nun blos gilt, sich dieses Besitzthums als der gewöhnlich gangbaren Scheidemünze zu bedienen, wo die Sprache blos das Verständiguugsmittel abgeben soll, da kann auch die abgestandene, selbst abgestorbene Sprache noch immer ihre Dienste leisten; aber so bald sie das wahrhafteste Geistes- und Gemüthsleben auösprechen soll, wo nicht an einer Vermittelung mit der Außenwelt genügt, wo der Gedanke, wie bei der Poesie, in der Form der Anschauung und des Gefühles nicht in seiner abstracten, rein objektiven Gestalt hervortreten kann, sondern an den Denkenden aufs innigste geknüpft ist, da muß der Ausdruck mit dein Gedanken in gleicher innerer Stätte erzeugt sei» und darf nicht äußerlich an ihn herangetra'gem-werden. Denn selbst das glücklichst begabte, objektive Dichtergemüth empfindet Jüd. Zeitschr. HI> Bd. 2ä

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