Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Chaldäische Sprache und Litteratur [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 10)
- Language
- German
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Chaldäische Sprache und Litteratur. Fürst. 2SS In den von Fleiß/ vielseitigen Sprachkenntnissen und Geschmack zeugenden Leistungen des Herrn v. Fürst haben wir zwei Elemente zu unterscheiden, das Allgemein-sprachliche mit besonderem Bezug auf den semitischen Sprachstamm und das Speciell-chaldäische, bemerken aber sogleich am Anfänge, daß wir das Erstere, als zu sehr in das Gebiet allgemeiner Sprachvergleichung übergreifend und in Untersuchungen über Verwandtschaft des semitischen Sprachstammes mit dem indo-germanischen verlockend, nur kurz berühren dürfen, umsomehr, da uns die bei vergleichenden Sprachforschungen wichtigste Sprache, auf welche man sich immer beruft, das Sanskrit, gänzlich unbekannt ist. Im Allgemeinen kann ein solches Zurückgehen auf das beiden Stämmen gemeinschaftliche Laut- und Wurzelsystem nur von heilsamem Einflüsse auf das tiefere Verständnis; der phonetischen Gesetze einer jeden einzelnen Sprache sein und nicht minder auf etymologische.Combinationen, die oft über den Kreis einer einzelnen Sprache hinausgehen, und die Anregung, welche die vorliegenden Werke in dieser Beziehung für den Semitismus bieten, ist höchst dankenswerth. Es ließen sich diese Untersuchungen nicht unpassend der vergleichenden Anatomie mit ihrer bedeutsamen Ausbeute für die physiologischen Gesetze zur Seite stellen. Wie jedoch bei diesem Zweige der Wissenschaft die Vergleichung der einander fernstehenden organischen Körper nur für die allgemeinsten, Bedingungen des organischen Lebens benützt werden darf; wie ferner wohl die Erklärung eines in irgend einem Organismus als minder wichtig hervortretsnden Organtheiles durch einen andern Organismus, an welchem dieser Thei^eine für seinen Lebensproceß bedeutsamere Function versieht, geschehen kann, aber dann auch die Uebertragung dieser Function auf den erklärten Organismus nur in dem Maße unternommen werden darf, als es die Harmonie aller Lebensthätigkeiten in demselben gestattet: so wird auch dir von wissenschaftlichen Princkpien