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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 215

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Über die jüdischen Trauergebräuche
Date
1837-01-01
Page
Seite 215 (sequence 2)
Language
German
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VI Uebev die jüdische» Tranergebräuche. 215 bräuchen. - . Diese wurden daher von den ausgezeichneten Reisenden ialler Zeiten, ' von Länder- und Völkerentdeckern einer vorzüglichen Aufmerksamkeit gewürdigt und mit Sorgfalt und Genauigkeit beschrieben. Solche Beschreibungen sind, darum auch für. den ernsten Menschenbeobachter von hohem Interesse, weil sie ihm einen Blick in, diesDenkungSart, in das. geistige Leben des-Volkes.' gestMest.^ —^EimMchet Schluß von den herrschenden Gebräuchen auf die gegenwärtige Gesinnung und Gesittung eines Volkes -ist jedoch nur so lange richtig, als jene noch nicht mit religiösem Ansehen bekleidet und -sanctiv'- nirt worden, sind. Denn sobald dieses geschieht, werden sie fixirt und aus natürlichen Aeußerungen des lebhaften Gefühles in steife Förmlichkeiten, in Ceremvnien verwandelt, die nicht selten die Gemüthsart und die Gesinnungen, durch welche sie hervvrgerufen worden waren, viele Jahrhunderte überleben und der Bildung besserer Ansichten hinderlich sind.—7- DießL ist vorzüglich - der Fall mit nnsern Trauerceremonien. Sie sind-ein Product des fernen Morgenlandes, ein Erbtheil Verflossener Jahrtausende, der Abdruck einer uns fremden Denk- und Empfindungsweise, unserm Charakter, unseren Sitten widersprechend; darum erscheinen sie uns selbst, wenn auch-— aus Gewohnheit — nicht immer jedes -bessere Gefühl verletzend, doch zum mindestem unnatürlich, unzweckmäßig, lästig und zum Theil anstößig. - ° n - Das Sonderbarste dabei ist, daß diese veraltetem Ge-> bräuche in unserer. Zeit, wo das ganze praktische Judenthum eine so mächtige Umwälzung erlitten, sich noch ziemlich in Ansehen und Gültigkeit erhalten haben, selbst bei Individuen , die sich von den wichtigsten Religionsübungen losgesagt haben. So auffallend indeß düse Erscheinung ist, so leicht läßt sie sich erklären. Was die Meisten zu Uebertretungen verleitet, ist nicht sowohl eine veränderte Ueberzeugung , als vielmehr bloser-Leichtsinn, der natürlich einer ernsthafter» Stimmung Platz machen muß zu einer Zeit, wo

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