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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 181

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Der Grundzug der Liebe und dessen Entwicklung im Judenthum
Date
1837-01-01
Page
Seite 181 (sequence 2)
Language
German
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und dessen Entwicklung im Judenthum. 181 deren Formeln der Ps. 15 angibt, deren Grundlagen Recht und Wahrheit sind (B. 2), deren religiöse Demuth (V. 4; vgl. Hitzig, Begriff der Kritik S. 19) und thätige Liebe sich beigesellend (V. 5P so trat auch insbesondere der Grundzng der Liebe, der eben mit in den Neligionsformeln gegeben ist, in seiner ganzen Vollendung, ohne alle Einengung und Beschränkung, zwischen allen Menschen, kräftig hervor. In gleicher Weise ist bei den Propheten alle absperrende Schranke gefallen: sie sind an die ganze Menschheit gesendet, alle Menschen die Wahrheit zu lehren, alle durch Einigung und Liebe zu versöhnen. Auch bei ihnen ist die mehr partielle, absondernde Religion in den Hintergrund getreten, und tritt eine allgemein menschliche hervor. Die Religion in ihrem schönsten Glanzpunkt ist ausdrücklich an den Menschen, nicht blos an Israel, gerichtet. Nachdem die äußeren Gebote unter den Opfern zurückgewiesen wurden, faßt der Prophet die Formeln seiner Menschen-Religion in folgende Worte zusammen: »Was fordert der Herr von dir, o Mensch? Nur Recht thun, Liebe üben; in stiller Demuth wandeln vor deinem Gotte (Micha 6, 8). — Nöthig ist es nun jedoch, die allerdings häufigen Stellen, in welchen sie Unliebe und Haß gegen andere Völker zu predigen scheinen, einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Schon längst und schon von Vielen ist es nachgewiesen, daß der jüdische Staat nur in der Anhänglichkeit seiner Glieder an Gott und an den Geist seiner Religion — denn ein blinder Götzendienst des Buchstabens hat ihm freilich nicht minder geschadet *) — bestehen konnte. Deßwegen kann es auch nicht auffallend sein, wenn wir die beiden Faktoren — Staat und Religion — hier nicht auseinander halten: sie bilden hier eine unzertrennliche Einheit. Die Einheit seines Gottes und seiner Religion, wovon jener *) S. Fes. ro, cs. 14. Cap. i. Cap. ss und oft.

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