Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Nachrichten. besangenhcit des Geistes und Herzens als die nothwendigc Eigenschaft lstngestellt, die ein jeder humane und wissenschaftliche Mann sich bewahren muß, so daß er auch alles Schöne und Edcle, komme es von welcher Seite es wolle, anzuerkcnnen Und zu würdigen wisse. Hiedurch wird also die Parteilosigkeit, der es gewöhnlich an Wärme der Ueberzeugung gebricht, von der Unparteilichkeit geschieden. „Als unparteiisch nämlich erkennen wir Den, jenigen, er mag übrigens einer Partei angchören oder nicht, welcher offen und empfänglich ist auch für das Gute fremder, selbst relativ entgegengesetzter Bestrebungen, der das Wahre und Schöne überall anerkennt, wo er es finden mag, den wahrhaft Freisinnigen, geistig Offenen Und Empfänglichen, während der Parteiische mit einer solchen Leidenschaft, Abgeschlossenheit und Beschränktheit, sei es deS Geistes oder des Herzens oder beider zugleich, sich der Partei za eigen giebt, daß er für etwas Gutes Und Lobcnswerthes außerhalb derselben gar keinen Sinn und Verstand mehr hat.. . . Versteht. Matt unter Partei überhaupt nur die Entschiedenheit für eine bestimmte Denkart und Richtung im religiösen, wissenschaftlichen, bürgerlichen Leben, so kann der reifere, durchgebildetere Mann nicht parteilos sein; er muß wissen, was er will, Und muß Dies mit allem Ernste verfolgen." Die eigentlich gute Partei entsteht von selbst, als nothwendiges Naturprodukt, aus Nöthigung der Wissenschaft und NeberzeugUng; sie vertraut daher auch auf ihre Waffen, die Waffen der Wahrheit, gestattet, ja verlangt allseitige Freiheit des Geistes und erkennt daher auch das Wahre und Gute auf Seiten der Gegner an; sie führt einen Kampf gegen alle entgegengesetzten falschen Bestrebungen, aber einen redlichen Kampf, ohne persönliche Gehässigkeit und ausschließende Unduldsamkeit, und ebenso ohne ängstliches Streben nach Macht und Einfluß, ohne kleinliche Betriebsamkeit. Die schlechte Partei wird gemacht, ist eine Treibhauspflanze, wird verabredet/ verfährt nach berechneten Schritten und will gewaltsam, mit allen Mitteln, jede andere Richtung verdrängen, buhlt um die Gunst, bald der Gewaltigen , bald des großen Haufens; ,,selbst der Zorn, der im reinen Kampfe für Wahrheit etwas Schönes und Großes hat, flammt nicht mehr in der Seele auf, s»n-