Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Grundzug der Liebe und dessen Entwickelung im Judenthume
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 2)
- Language
- German
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60 IV. Der Grundzug r>cr Liebe deutung, so schloß er dagegen Jsmael, der durch sein Mutter nicht streng zu demselben Bunde gehörte, wie die Söhne der Kebsweiber, schon aus, und so Hat Isaak dieselbe nur auf Jakob forterben können, doch mehr, weil Esau sich selbst ausfchiev durch seine Hinneigung zu den --Töchtern des Landes--, und somit zu einer Verbindung mit den Landesgöttern. Gleichwohl ist schon diese Verbindung von der Art, daß sie jeden Vorwurf von Haß und Unliebe gegen Solche, die außer ihrem Kreist stehen, als ungerecht von sich weiset. Im Gegentheile zeiget sich die Liebe auch gegen Andere schon sehr deutlich und liefert so das Zeugniß, daß das Juventhum schon in seinem ersten Stadium mit dem Grundzuge der Liebe verwebt sei. Betrachten wir nur das Leben Abrahams! Wie menschlich (nicht etwa jüdisch u.dgl.) liebend bittet Abraham für die fremden Sünder, für Menschen aus Sodom! Wie liebevoll zudringlich sogar wird er gegen Gott (1. Mos. 18, 23— 32) ' Mit welcher eigenen Aufopferung setzt er den fremden Königen nach, die den König von Sodom und dessen Genossen besiegt hatten! Freilich wollte er seinen Stammverwandten Loth retten, aber wie uneigennützig und wahrhaft menschlich benimmt er sich, nach seinem Siege, gegen Alle!— Auch Jakob, bei dem doch die eigentliche Familienverbindung sich schon greller gestaltet hatte, drückt noch kurz vor seinem Tode gegen diejenigen seiner Söhne seinen Unwillen aus, die sich unwürdig gegen den fremden Sichern benommen hatten (1 Mos. 49, 5—7). Allein all' Dieses ist noch nicht der Grundzug der Liebe in seinem ganzen Begriffe, hinzutritt vielmehr der Grundzug der Liebe zu Gott und Gottes zu ihm, der Abrahams Leben in so ausgezeichnetem Grade durchzieht,