Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 3 · p. Seite 600

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 3
Article
Österreichische Staaten [Nachricht]
Date
1836-01-01
Page
Seite 600 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2929020-2929026-2929030-2930497--1443-2930705
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

600 Nachr i ch t e n. tiger Ereignisse aus der jüngsten Zeit sein. — Die zahlreichen jüdischen Gemeinden, welche große und kleine Städte , selbst Dörfer, in Mähren, Böhmen, Ungarn nnd Galizien, auch in andern Theilen der kaiserlichen Staaten, besitzen, erhalten eben durch ihre große Airzahl eine entschiedene Eigenthümlichkeit, welche dann zum Theile, je nach ihrem Angränzcn an das übrige Deutsch- - land oder an Polen oder an Italien, modifimt wird. Das Charakteristische an großen Gemeinden bleibt immer ans der einen Seite die größere Genügsamkeit in sich, daher oft nicht blss ein compacteres Zusammenhalten, sondern auch ein starres Abweifm aller cindringenden Momente arrs der Zcitrichtung, aber auch ebenso auf der andern Seite die Fähigkeit, durch das Zusammenwirken vieler Kräfte und durch das Vorhandensein größerer Mittel etwas Tüchtiges hervorzirarbeisen. Bleiben daher oft kleinere Gemeinden an Intelligenz zurück aus Mangel an Allem, was dazu hinführcn kann, trennen sich dort einzelne Höherstehende leicht von dem Ganzen ab: so finden diese Mißstände bei größeren Gemeinden, in welche der Strahl der Intelligenz sich gesenket, nicht Statt, nnd es treten die Einzelnen immer wieder in eine engere Verbindung mit Mehren und so auch leicht wieder zur Gesammthcit. Die Gemeinden, welche sich dem polnischen Charakter nähern, stehen nun freilich im Allgemeinen noch ans dem Standpunkte einer vergangenen Zeit; jedoch giebt es gerade in Galizien der gelehrten, einsichtsvollen nnd wackeren Männer nicht wenige. Wir erwähnen hier nicht weiter des gelehrten Rapoport in Lemberg, der sowohl durch die-Förderung des wissenschaftlichen Sinnes, welche seine Schriften für einen jeden nur irgend denkenden Leser unmittelbar bieten, als auch durch sein Bestrebe», auf das Heilsame im Gemeindelebcn, vorzüglich in Beziehung auf den von der Regierung sehr beachteten Jugendunterricht, durch Fürsprache Hinziiweiscn, sehr wohlthätig wirkt. Ein anderer sehr wackrer Mann ist Herr Samuel LöbGoldenberginT a r - nopol, der die vier karäischenSchriften — welche im 1.Hefte dieses Bandes eine ausführliche Bcurtheilung erfahren haben — zum Drucke besorgt hat und gerne noch mehre karäische Schriften, in rein »neigcnnütz-gem Streben, durch den Druck allgemein zugänglicher

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.