Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Amsterdam [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 586 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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58S Nachrichten. Einen Chacham haben sie nämlich schon lange nicht mehr; der stellvertretende Dajan ist der deutschen Lehren'scheu Familie dahier anhängig, sowie diese überhaupt durch ihre Wohlthgtigkeit unter den armen portug. Familien einen gewissen Einfluß übt. Der Dajan las nun von -s'UH an bis an das Ende deS Gesanges selbst den Text vor und vertrat so die Stelle des Chasan (d. h. eigentlich: er nahm Lieder alten Einrichtung gemaßtem zur Thorah Gerufenen — welchen aber, nach späterer, allerdings löblicher Einrichtung beständig der Chafan vertritt — gebührende Stellung ein). Der Duchan ist das Einzige, was ich wirklich schon fand, aber auch unendlich lange. Alle Khohanim scheinen nur einen Mund zu haben, so harmonisch geht das Ganze; aber es ist 1000 Male derselbe Ton. Fängt die Gemeinde aber au, in Gemeinschaft zu singen, z. B. , so bedarf eS eines besonders dazu abgerichteten Trommelfells. Dabei bemerkte meine Umgebung kaum, daß ich ein fremder Deutscher sei, als mich Einige aus derselben sogleich fragten, ob ich dergleichen schon gehört, und ob mir nicht diese Weise des Betens viel besser gefalle, als die verwirrte und unmelodische des deutschen Gebetes? — Ueberhaupt besitzen viele portugiesischen Familien eine gute Dosis Stolz, so daß sie sich etwas Besonderes gegen die deutschen Juden dünken, und macht sie Dies schon einem gebildeten Deutschen gerade nicht anziehend, so reizt der unter ihnen herrschende Jndifferentismus auch nicht zu einer nähern Verbindung mit ihnen. (Bernbürg, 1. Jan.) Dieser Tag erweckt in mir die dankbare Erinnerung an den Hochseligen Herzog, der an ihm im Jahre 1810 die Juden dieses Herzogthums — vollkomm en emancipirt hat. Aus freiem Antriebe schenkte man also damals den Juden Dasjenige, was sie heute' hier und dort erst erbetteln,, oder vor Schmälerung und allmäliger Wiedercntziehung zu schützen suchen müssen, obgleich cs Niemand in Abrede stellen kann, daß sie seit jener Zeit außerordentlich fortgeschritten sind und der bürgerlichen Gleichstellung sich noch weit würdiger gemacht haben. Von unserer Regierung, deren Humanität und Weisheit Sie aus dem letzten Berichte von hier ersehen haben, laßt sich