Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Amsterdam [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 585 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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585 Nachrichten. theologischen Grade erlangen wollen, besondere Unterstützung aus der Staatskasse verliehen werden soll. Der wesentliche Inhalt dieses Actenstücks ist folgender: Um auf diese Zulage ein An-, recht zu erhalten, wird das Alter zwischen 13 und 23 Jahren erfordert, ferner ein gutes sittliches Betragen und Kenntniß der Elemente der holländischen Sprache,' welche man. gehörig lesen »nd schreiben können muß, Rechnen, Anfangögrüude der Geschichte und Naturbeschreibung, und endlich eine Gewandtheit bereits in der hebräischen Sprache, der Raschischrift (?), Bibelkenntniß und Bibelexegcse. Die Gesuche sollen jährlich zur gewissen Zeit an die Hauptcommissivn für die Sachen der Israeliten, unter Beilegung der nöthigen Zeugnisse, eingereicht werden; die zur Concurrenz Zugclassenen müssen vor einem zeitlichen Collegium von Rabbincu ein vergleichendes Examen ablegen, wonach beurtheilt werden soll, welcher durch Kenntnisse und Anlagen den meisten Anspruch auf die Unterstützung habe. Diese soll fünf Jahre lang genossen werden, jedoch so, daß mit jedem Jahre neu darum angesucht werden muß.- Daß. ich bis jetzt vom Synagogcnwescn der Portugiesen Nichts mittheilte, geschah deßhalb, weil ich es als bekannt voraussetzte. ( Ihr Gottesdienst, hat allerdings manches Schone, aber wenig Erhebendes. Wäre vollkommene Ordnung, so würde derselbe sehr Vieles mit dem katholischen gemein haben. Ich war den 7tcn Pesachtag (den 8.d.) in der portng. Synagoge. Allerdings singen und trillern die Leute nicht; jedoch ist cs immer derselbe Ton, welcher für das Gebet, für den den UZtz- und den Duchan (Priestersegen) gehört wird. Es ist Alles so einförmig, daß es sehr wenig anspricht. Es werden zwar keine langen chH während des Vorlcsenä ans der Thorah gesprochen, aber dafür spanische vor dem Ansheben der Thorah, welche mit Geduld -angehört werden müssen. Bemerkenswerth fand ich, daß das Vorlesen selbst mit aller möglichen Rücksicht auf den Sinn geschieht, und durchaus mit Vernachlässigung des Schnickschnack der bei uns üblichen Melodie, des s. g. Trop. Ob diese Weise zu modnliren ebenfalls eine vorgeschriebene ist, weiß ich nicht. Zur Paraschah wurde der Dajan zur Thorah gerufen.