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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 3 · p. Seite 581

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 3
Article
Amsterdam [Nachricht]
Date
1836-01-01
Page
Seite 581 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Nachrichten. 581 Ihrer Zeitschrift eine Skizze des bürgerlichen und religiösen Lebens der Inden Hollands zu geben versprochen, und bin nun bereit, es zu thun. Die Art und Weise, wie sich eine in der Gesellschaft lange unterdrückte Classe allmälig von dem äußern, und iuuern Joche loswindet, so wie das Benehmen ihrer Gegner, diesem Streben gegenüber, macht st viele Verschiedenheiten möglich, daß ein jedes Land in dieser Hinsicht eigenthümliche Gestaltungen zeigen wird. In Holland wurden die Juden bekanntlich bald nach ihren Glaubensbrüdern in Frankreich und in einem, diesem Reiche cinvcrleibten, Theile Deutschlands, gegen'das Ende des vorigen,Jahrhunderts hin cmancipirt. Die Wirkungen jedoch dieses neuen Verhältnisses waren hier anders. In Deutschland hatte die geistige Cultur früher begonnen; in viele Herzen war schon Licht und Aufklärung eingekchrt, und ein Thcil hatte sich selbst geistig mit der europäischen Civilisation versöhnt, ehe es dieser gefiel, ihn bürgerlich mit sich zu versöhnen. In Frankreich war, das Elsaß ausgenommen, die Zahl der Inden zu unbeträchtlich,. als daß ein besonderer Aufschwung hätte bemerkbar werden können; etwaige Talente verschwanden unter der Menge, wie die Zurückblcibcnden in der Masse des großen Haufens verschwanden. Eigenthümlich dagegen war es in Holland. Das Verhältniß der Juden ist zn den andern Bewohnern des Landes bedeutend: besonders wohnen in den Städten viele, und Amstcr» dam-zählt allein an 22000 Seelen. Die erste Wirkung , welche darum die Emancipation. hervorbrachte, war mehr ein Wecken physischer als geistiger Kraft; man fühlte schnellersdie Bedeutsamkeit seiner Kraft und Stärke, als die Nothwcndigkeit, sich durch.Bestrebungen im Gebiete der Wissenschaft hervorzuthun. Der holländische Jude lieh darum bald seinem Könige den Arm, und wie er seine Liebe zu demselben in seinem Muthe bewähre, haben die Ereignisse vor Antwerpen gezeigt. In geistiger Hinsicht ist er dagegen zurückgeblieben; die Masse ist noch bildungsschcu und wird vom crafsesten Aberglauben beherrscht; mau schont selbst die groben Fäuste nicht, um sein Recht zn bcwah. reu, und seinen Abscheu gegen das Nene zu erkennen zu geben. So war am letzte» Tage des Laubhüttenfestes dieses Jabres

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