Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 507 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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507 Joft's Geschichte der Israeliten. wir sehen daher Ereignisse im inner» Bildungsleben, welche mit einem großen Uebergewichte die ganze Zeit in Anspruch nehmen, wie der Streit über die Richtung des Maimonides, über das Auftreten des angeblichen Messias Schabhethar Zebk, theils an verschiedene» Orten behandelt (264 ff., 377 und 412; 2W ff. und 467 ff.) und daher nicht in klarem Umrisse hervyrtretend, theils, wie ehe» bei dem zuerst angeführten Beispiele, an einer, nach des Hr». Vfr.'s Eintheilung, nicht ganz gehörige» Stelle. Zweitens ist auch die äußere Geschichte immer gestört, wenn, nach einem erhaltenen Ueberblicke der Schicksale der Juden unter mohammedanischer Herrschaft biS auf die neueste Zeit herab, der Blick wieder zurück in die fern, sten Zeiten des Mittelalters steigen muß, und man wird eben« so ungerne die Geschichte der spanischen Ideen mit dem Eintreten der überwiegenden Macht der Christen plötzlich abgelöst und deren fernem Verlauf einem ganz andern Meile des Ganze» angewiesen sehen (B. XI, Absch. 3 u. Buch XII, Ah sch. 8. u. 9) , als man vermuthen würde, die neueste Aenderung der jüdischen Verhältnisse in Algier (B. XI Absch. 5 S. 277) vor dem ganzen Umschwünge der Ideen in Frankreich (B. XIV, Absch. 2 S- 497 ff.) , welcher doch natürlich voravsgegaygcn sein mußte, zu lesen. Daß dieser Uebelstanh, de» wir wenigstens hierin erblicken, in noch höherm Grade bei den einzelnen Abschnitten der einzelnen Bücher, deren jedem gewöhnlich ein besonderes Land als Gegenstand specieller Behandlung zugetheilt ist, hervortreten muß, ist natürlich. Sehen wir auf den Grund dieser Erscheinung, so liegt dieser in dem Wesen der äußern jüdischen Geschichte selbst, hie in sich keinen organischen Zusammenhang hat, ein bloßes Aggregat ist, und daher auch der geschicktesten Behandlung, wie sie von der kuystgeübten Hand des Hrn. Vfr.'s zu erwarten war und geleistet wurde, widerstreben wird. Der verehrte und befreundete Herr Vfr. verzeihet uns diese nochmalige Begründung und Nachweisung unserer früher im Allgemeinen ausgesprochenen Ansicht, zu deren theilwesser Durchführung uns der Widerspruch desselben umsomehr auffordertc.