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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 3 · p. Seite 494

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 3
Article
Fragmente aus dem Tagebuche eines jüdischen Laien
Date
1836-01-01
Page
Seite 494 (sequence 2)
Language
German
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494 V. Fragmente aus dem Tagebuche finde ich, daß die auf das Fassungsvermögen der Mehrzahl der Zuhörer wohl berechnete Predigt meinen Erwartungen vollkommen entsprochen hat, dagegen scheint mir die Liturgie selbst die Aussöhnung zwischen den religiösen Ansprüchen des alten und des jungen Geschlechtes auf einem ganz Unrechten Wege zu erstreben, und ich sehe jetzt erst, daß der unbeugsame Widerstand, den diese Cultusreform bei der Mehrzahl der Juden gefunden hat und noch findet, doch nicht ausschließlich in dem starren Eigensinne der Formgläubigen seinen Grund hat, sondern Saß ein, wenn auch nicht von Allen zum Bewußtsein gebrachtes, religiöses Gefühl sie dieser Art jüdischer Gottesverehrung abgeneigt machen muß. Letztere wird eine deutsche genannt: sie ist dies aber nur ihrem kleinsten Theile nach; denn außer Len beiden deutschen Liedern vor und nach der Predigt werden sämmtliche hebräische Gebete des bisherigen Cultus, nur mit portugiesischer Aussprache und ohne den unwürdigen Trillergesang und das lärmende Durcheinander, vorgetragen. Es ist hierbei die sehr löbliche Absicht nicht zu verkennen. Len Altgläubigen gerecht zu werden selbst auf Kosten der Jugend, die in dem' neuen jechö üolisme radäfi ebensowenig Erbauung finden kann, als in dem alten Omoin jsliel soktzinsl vaboli msvvoruvch; allein wollte man das Gewisse» des älter« Geschlechtes beruhigen, wie konnte man ohne alle Berücksichtigung des Charakters des jüdischen Cultus und seiner geschichtlichen Entwickelung, ja selbst ohne Beachtung der Geschichte der christlichen Liturgie, geradezu nach dem neuesten Ritus der christlichen Kirche hinübergreifen und einige Bruchstücke aus demselben rein äußerlich neben den alt-hebräischen Gottesdienst

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