Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Baiern, Israelitische Kreisversammlungen [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 2)
- Language
- German
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Nachrichten. 40) Belebung bedeutende Hindernisse in den Weg legt, andrerseits aber dem Rabbiner keine besondere geistliche Gewalt beiwohnt, welche die Gewissen beherrschet, so daß durch seine Freisprechung von bestandenen Gebräuchen dieselben auch in Nichts zerfallen, vielmehr blos die moralische Gewalt, die genauere Kcnntniß der Sache und seine höhere Bildung das Durchdringen seiner Anordnungen bewirken und die Unterstützung des Staates rechtfertigen. War und ist ja auch immer ein großer, und zwar der intelligentere, Theil der Gemeinden auf der Seite des Rabbiners, und liegt es ja deutlich vor, daß das feste Halten an Allem und Jedem, das man für Religion ausgiebt, nicht nur ein leerer F-ormglaube ist und durchaus nicht in einem innig-religiösen Gefühle seine Wurzel hat, sondern gar oft selbst mit Mangel am Redlichkeit und schwerer Jgnorirunz heiliger Menschenpsiichten verbunden ist. Das Interesse der Religion und Sittlichkeit heischt daher, daß eine wirksame Unterstützung wohlmeinenden Rabbinern zur Seite stehe. — Dies leuchtete nun allerdings auch der k. Negierung ein, und eine solche Erwägung bezcichnete auch ihre Schritte; aber man hatte früher, wie überall, zu wenig Kennt« niß von dem religiösen Zustande der jüd. Unterthanen genommcu und so kam cs, daß man nun in so viel Unverstandenes hineingezogen wurde, worüber man zu entscheiden doch etwas ängstlich war. Es zeigte sich ferner, daß die verschiedenen Gemeinden auch in ihren Synagogeneinrichtungen, dem Religionsunterrichte sehr verschiedene Wege gingen, und gewöhnt an die Begriffe der christl. Rcligionsgesellschaften, bei welchen entweder Alles von hohen geistlichen Würdeträgern, oder doch wenigstens durch eine oberste landeskirchliche Behörde gleichmäßig geordnet wird, sah man in dieser— im Grunde unwesentlichen Verschiedenartigkeit— euie Dissolution. Vielleicht auch handelten diejenigen Rabbiner, welche den Weg des Fortschrittes und der Regeneration betraten nicht immer in völliger UebcreiNstimmung, und man sah sich so in einem Schwanken, dem man gerne entgegenwirken mochte. — Es wäre vielleicht eine solche Verständigung unter Denjenigen, welche eine Regeneration unseres Neligivnswesens befördern möchten, vor Allem wünschenSwerth. Auch ist man auf der andern 26 *