Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 8)
- Language
- German
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358 Recensionen. im Judenthuine stehn alle neueren Versuche, es zu regenerire»; sein Geist, im Namen und im Aufträge Gottes zu leben, in jeder Handlung des Lebens eine Pflichterfüllung zu erkennen oder sie wenigstens so zu begehn, daß sie anregend werde auf Geist und Herz und zu klarer Erkemrtnkß und zu kräftigem Wollen Dessen, was wir sollen, führe, — dieser Geist leitet unsere Zeit, und mögen Manche gedankenlos als Stellvertreter der neueren Bestrebungen nicht im rechten Sinne anftreten, so sind auch sie dennoch willenlose Werkzeuge dieses Geistes. Er ist die Autorität, die Alle unter sich zwingen wird, trotz dem Ankämpfen Anderer, trotz dem — vielfach glücklichen — Mangel an Synoden und Behörden; außer ihm bedarf es keiner Beurkundung und keiner Machtvollkommenheit. Wir können das Mißtrauen eines vollen, warmen Herzens begreifen, auch entschuldigen, aber die schnelle, schnöde Abweisung aller Bestrebungen ist höchlich zu mißbilligen. Wir würden dieses Mißtrauen entschuldigen, wie das andere gegen die Rabbiner, denn Beides hat leider an der Erfahrung gesogen und sich dort gesättiget — an der Erfahrung, wie zuweilen die Reformen in äußeren Gründen gesucht werden und nicht aus den unabweislichen Anforderungen der religiösen Ideen im Judenthume, und an der Erfahrung, wie es als eine Sache betrachtet wird, die sich von selbst versteht, daß der Rabbiner lehren, sprechen und handeln müsse gegen seine Ueberzeugung und seine wohlbegründete Ansicht vom Judenthume. Aber ebenso wie die Nachsicht gegen unberufene Reformatoren und gegen heuchlerische Rabbiner sträflich ist: so ist die Verdächtigung der Reform und des Rabbknerstandes noch um so sträflicher. Und so wüßten wir freilich nicht, warum wir diesem Zweifler zaghaft uns entgegenstellen sollten; wir müßten denn gleichfalls mit ihm im Judenthume, ich will nicht sagen Beten und Fasten und Festtage feiern — was Alles gerade das Herz ansprcchen mag und was, wenn es auch nicht gerade "Weg des Lebens", so doch Mittel zur glücklicheren Betretung desselben ist —, sondern etwa in dem Theile des Judenthums, »der die Ertenntniß lehre", Speisenverbote u. dgl. verstehn, wir müßten mit