Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 1)
- Language
- German
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Briefe über Judenthum, von Ben Usiel. 351 2. Neunzehn Briefe über JudeNthum. Als Boranfrage wegen Herausgabe von »Versuchen« desselben Verfassers „über Israel und seine Pflichten", herausgegeben von Ben Usiel. Altona. I. F. Hammerich'sche Verlagsbuchhandlnng. t836. VHI und ILil S. 8- Erster Artikel. Gerne stellten wir uns auf den Standpunkt, auf welchem man von einzelnen Verschiedenheiten in den Niederungen absieht, um in der lichten Höhe, wo «jede Tiefe geebnet und jede Erhöhung geglättet ist«, sich der Aussicht zu erfreuen, die dort oben Allen gleich ist und Allen befreundet. Könnten, dürften wir uns, unbekümmert um alle Gestaltungen dortunten, dahin erheben : würden wir einen Augenblick anstehen, unserm Verfasser— anberend die Allmacht, die in Gerechtigkeit und Milde waltende Vorsehung, tief ergriffen von der Güte, die dem Mensche» ein so hohes Bewußtsein und so erhabenes Streben in die Brust gesenkt — als dem Führer auf dem schönenWege aufwärts, vertrauungsvoll die Hand darzureichen s Dazu trieb es uns, als wir zuerst die seelenvollen Ergüsse seines tiefen Gemüthes lasen, als sie, wie der befruchtende Regen, in unser Herz eindrangen, als wir die erhabene, kräftige Persönlichkeit, die, durchglüht von einer tiefen Ueberzeugung, nichts Schöneres kennt, als diese Ueberzeugung mitzutheilen, die, in warmer Religiosität und Sittlichkeit, den tiefgefühlten Sckmerz über so manche Entartung ausspricht, mit voller Ehrerbietung begrüßten. Und wenn wir so nach der Ferne hin freudig die Hand reichten, um sie dem edeln, hochgeachteten Manne zu drükken, so fühlten wir uns auch zugleich so freundlich hingezogen; wir erkannten in einem jeden Zuge, in der Klarheit und Schärfe, in dem glühenden Eifer, in der liebevollen Benrtheilung, in der selbstständigen Kraft, in der Bangigkeit, seiner Sache Etwas zu vergeben, wie in dem Siege über diese Bangigkeit, in diesen hohen unschätzbaren Vorzügen des Geistes wie des Herzens, sowie freilich auch in den bemerkbaren Schwächen der Richtung, gegen die wir das Auge nicht verschließen konnten — wir erkannten in Allem sogleich einen hoch-