Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Grundzug der Liebe und dessen Entwickelung im Judenthum
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 2)
- Language
- German
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286 V. Dek Grundzug der Liebe der höchsten Lieblosigkeit unsere Religio» anklagen, wivek unfern Willen hier gedenken. Es ist aber einer der ältesten Vorwürfeder wieder neuerdings mit der abms theilendsten Anmaßung ausgesprochen wurde, daß schon der Gründer des Judenthums, Moses, die Lieblosigkeit als den Grundzug seiner Gesetze erkennen lasse, indem er sein Volk als "das auserwählte Volk Gottes" decretirt und als positives Dogma seiner Religion den Grundsatz ausgesprochen habe: "daß Gold allein der Gott der Juden sei, alle andern Völker aber hasse und verachte." — Ein anderer Vorwurf, dm man, wie der Verfasser Dieses selbst beizuwohnen die Gelegenheit hatte, sogar von der Kanzel herab zu predigen sich nicht scheut, besteht darin, daß die jüdische Religion die Liebe gar nicht kenne und dem in ihr angebetetett Gotte selbst nur die Gewalt und die Macht beigelegt werde; ein Vorwurf, der, so sehr er auch rein negativer Natur sein möchte, wie der Erfolg unserer Untersuchung zeigen wird, einen Pfeiler unsers religiösen Gebäudes, nicht minder wie der erste, zu zerstören droht. Nur ungerne, ich wiederhole es, habe ich dieser Vorwürfe in dieser rein religiösen Untersuchung, die ich gerne, wie es die Würde des Gegenstandes fordert, fern von aller Polemik führen möchte, berührt; allein einerseits greifen sie doch zu sehr in unsere Aufgabe ein und machen sie sich zu kühn und zu häufig geltend, als daß man sie, ohne sich selbst den Vorwurf zuzuziehn, bloseö Jgnorirm die Stelle der Widerlegung vertreten zu lassen, ganz übergehn könnte, und andererseits muß ihre Erwähnung die Wichtigkeit unserer Untersuchung in desto helleres Licht setzen. Denn es ist offenbar, daß