Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Abschaffung bestehender Gebräuche
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929029-2930164--0988-2930277- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
bestehender Gebräuche. 245 folgt der Majorität der Gemeindeführer." — Die angeführten Bestimmungen über die Zulässigkeit der nöthigen Abänderungen im Religionswesen, so wie die angedeuteten Beispiele von der wirklich zu jeder Zeit in Israel geschehenen praktischen Anwendung jener Lehren, dürften wohl schon hinreichen, entgegenstehende Meinungen zu würdigen. Es bedarf nach denselben wohl keiner weitern Anführungen, um zu erweisen, daß Aussprüche, wie: Man muß keinen Gebrauch abschaffen" (Jsserleö zu Karo'ö Cod. Th. I. C. 690 §. 17) und dergl., Zur in besonderen und gewissen Beziehungen gelten; daß namentlich jene Grundsätze: nur da Geltung haben, wo eine Satzung oder Einrichtung, auch in der jetzigen Zeit, Religion und Gesetz nicht anderweit beeinträchtigen; daß sie aber im entgegengesetzten Falle, selbst wenn ein Gebrauch sich allgemein verbreitet und, zur Zeit seiner Einführung, die Gesetzesumzäunung zum Zwecke gehabt hätte, keine Berücksichtigung begründen können. — Halten wir diese talmudische Bestimmung fest, und geben ihr im wohlverstandensten Interesse des Jsraelitenthums Folge!! Denn eine Religion, die der äußern politischen Unterstützungen entbehrt, geht ihrem Tode um so schneller entgegen, wenn sie sich nicht selbst innerlich dadurch stützt, daß sie mit den Lebcnsideen und unabweiölichen Forderungen der Zeit lebendig fvrtgeht. — v. Herxheim er.