Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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200 N ach r icht e n. wendige, unsichtbare Band zeigen sollen, das die Synagoge umschlingt, so ist es auch ihrem Zwecke angemessen, den Zusammenhang nach einer andern Seite hin, mit der geistigen Lebensthätigkeit unserer ganzen Zeit, außerhalb der Synagoge, zu unterhalten oder den Faden gar erst anzuknüpfen. Dieses letztere Bedürfniß stellte sich erst nach dem Beginne des Unternehmens klarer heraus. Die Bewegungen in der Zeit im Allgemeinen äußern ihren gehaltvollen Einfluß auf die ganze Richtung der Theologie, und die christliche nicht weniger als die jüdische hat die Aufgabe, diesen Einfluß in sich aufzunehmen, zu verarbeiten und sich selbst dadurch, daß sie sich von ihm durchdringen läßt, aber ihn durch ihr tieferes Eingehen überwältigt, auf einen höhern Standpunkt zu erheben. Es gehört nun zu den schönsten und fruchtbringendsten Beobachtungen, zu sehen, wie das Christeuthum, dessen wissenschaftlich-theologische Anstalten es nie lange unter den Standpunkt der Zeit sinken lassen, diesen Kampf begeht und sich durchringt; die auf diesem Gebiete gesammelten Erfahrungen dem Judenthume als einen erprobten Schatz zuzufähren — dem Judenthume, das leider jener Statten wissenschaftlicher Durchdringung bis jetzt noch entbehrt —, muß ein ganz besonderes Augenmerk des sorgsamem Beobachters sein. Ueberhaupt aber thut uns, die wir uns eine selbstständige gediegene Wissenschaft erringen und gründen wollen, allerdings Noth, die Arbeiten der christlichen Gelehrten in denjenigen Zweigen der Theologie, welche auch die unsrige als solche in sich schließt, wohl zu beachten; schon auf sie aufmerksam zu machen, möchte hier, ganz ohne daß ein Urtheil —über sie stellte, ein Verdienst sein, weil die christlichen Leistungen auf diesen Gebieten sich zu einer höheren Vollendung und größeren Gediegenheit erhoben haben durch die ununterbrochene Fortsetzung hierauf gerichteter mühsamer Studien zu allen Zeiten und durch die glückliche Lage, die Wissenschaft unverkümmert pflegen zu können; die Juden aber durch die Unfälle der Vergangenheit, die noch jetzt hemmenden Fesseln, die Kleinheit ihrer Anzahl und die Entfernung von den Pflegestätten der Wissenschaft nothwendig zurückgehalten wurden und werden. Die Begründung