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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 175

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Gießen
Date
1836-01-01
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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17S Nachrichten. Warum also, bei so bewandten Umständen, das Gebet für den Landesvater in deutscher Sprache halten? Warum überhaupt, so wir es verziehen, für unser zeitliches und ewiges Wohlergehen nur in der hebr, Sprache zu beten, solange wir die heißesten, frömmsten Wünsche unsrer Herzen, unser Dank-, Lob - und Bittgebet nur in den Klängen der heiligen Sprache vor Gott ausschütten mögen, gerade das Gebet für das Wohl des Landesherrn, als welches der Jsraelite kein höheres kennt, in profanen Lauten vortragen?! Hiernach kann sich der unterthänigst Unterzeichnete mit der Anordnung mehrerer israelitischen Rcligionsvorstände des Großherzogthums, wornach in ihren Synagogen, bei übrigens hebräischem Cultus, allein das Gebet für Seine Königl. Hoheit unfern Großherzog in deutscher Sprache gehalten wird, nicht einverstanden erklären, und muß er in dieser Hinsicht wieder, holen, was er in einer Anmerkung zu seiner, Eingangs erwähnten, Abhandlung gesagt hat: Solange man — gleichviel ob mit Recht oder Unrecht — religiösen Anstand nimmt, bei dem öffentlichen Gottesdienste, statt der 'hebräischen, der deutschen Sprache sich zu bedienen, will er auch das Gebet für seinen Landesvater nur in der heiligen Sprache verrichtet wissen *)- Gießen, den 10. August 1834. v. Lcvi, Grhrzgl. Rabbiner. (Paris, den 6. Nov.) Allen Juden in Piemont ist der Befehl gegeben worden, in allen Städten in das Ghetto, den einzigen Ort, wo es ihnen von nun an zu wohnen erlaubt *) No ehrenwerth auch uns die Gründe unseres Hrn. AmlsbruderS erscheinen, so scheint doch gerade ein solcher allmäliger Uebergang von der hebräischen Sprache in die deutsche bei unseren Gebete», durch die jetzt geschehende Uebertragung einzelner Gebetstücke, wobei daS religiöse Gefühl sich nicht verletzt glaubt, wünschenSwerth, und seine zu starke Consequenz könnte vielleicht diesen Uebergang hemmen. Bei dem Gebete für den Landekvater wäre aber diese Vertauschung der Sprache noch um so mehr an ihrem Orte, als dieses dem Schluffe der Predigt «>ngefügt werden sollte. G.

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