Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Gießen
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 1)
- Language
- German
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(Gießen, den 29. Oct.) Besondere Gründe veranlassen mich, das über folgenden Gegenstand im August vorigen Jahres von mir an die Höchste Grhzgl. Staatsbehörde abgegebene Gutachten, wie klein und unbedeutend es auch ist, der Redaktion dieser Zeitschrift mit der Bitte zu übersenden, solches gefälligst in ihr nächstes Heft unter den Nachrichten aufnehmen zu wollen. — Der Antrag wurde von dem Vorsteher einer nicht zu meinem Sprengel gehörigen Gemeinde gemacht und von der Höchsten Staatsbehörde mir zur Begutachtung zugeschickt. So viel mir bekannt, ist demselben keine Folge gegeben worden. Soll bei übrigens hebräischem Cultus das Gebet für den Landesherrn sTVN) in deutscher Sprache gehalten werden? Der gehorsamst Unterzeichnete ist der unmaßgeblich cuMcinnng, daß dem Anträge des N. N. »Höchstpreißliches Staatsmi'm'stcrium möge eine Verordnung "erlassen, wornach in allen Synagogen des Eroßherzog-. "thunis das Gebet für Se. Königliche Hoheit unseren Groß- "Herzog und dessen erhabenes Hans, anstatt wie bisher, irr "hebräischer, künftig in deutscher Sprache abgehalten: »werden solle« zur Zeit keine Folge gegeben werden möge, und zwar aus nachstehenden Gründe». Wenn gleich es keinem Zweifel unterliegt, daß nach den Vorschriften der jüdischen Dogmatik das Beten in jeder anderen als der hebräischen Sprache so gut wie in dieser dem Israeliten gestattet ist, wie Dies der gehorsamste Berichterstatter in seiner Abhandlung »Beweis der Zulässigkeit des deutschen Choralgesanges u. s. w « zur Genüge dargethan zu haben glaubt; so ist doch andrerseits nicht minder wahr, daß die jüdischen Gemeinden meines Sprengcls und gewiß auch des ganzen Großberzogthums steh gegen die Umwandlung des hebräischen Cultus in einen deutschen mit aller Macht ihres religiösen Gefühles sträuben und auflehnen würden. Denn wiewohl sie weit entfernt sind, die irrige Ansicht zu hegen, daß ein Gebet in