Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Frankfurt
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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147 Nachrichten. sches Gewächs wird denn so auch eine neue lebensvollere Ges statt des Gottesdienstes sich Hervorarbeiten, die einem überall gefühlten Bedürfnisse entspringen und daher auch genügen wird. — Wir tadeln keineswegs die an andern Orten, selbst mit manchem Widerspruche, vorgcnommenen Verbesserungen, weil an kleineren Orten, an Plätzen, wo die Intelligenz keine so allgemeine Verbreitung finden kann, der Weg der sich selbst bildenden Ueberzeugung ein sehr langsamer ist, hingegen das mit Vor- und Umsicht begonnene Einschreiten das Bessere zeigt und allmählkg dafür gewinnt; fühlen wir ja selbst hier, einerseits wie gerade das Institut der Predigt im Andachtsaale so sehr viel beiträgt, die Wünsche nach einer allgemeinen zweckmäßigen Umgestaltung des Gottesdienstes in den Gemächern anzurcgen, und auch anderseits wie dennoch die nicht gestörte Gewohnheit in allem Alten Manchen auch ganz darin versunken läßt. Daß aber an Orten, wo das andere sicherere, weil im Herzen wurzelnde, Verfahren möglich wird, dieses einen großen Vorzug Habe, ist gewiß nicht zu bezweifeln. Wenn daher die Berichte von andern Orten Thatsachen melden, denen man mit vollem Herzen die Nachfolge der Gesinnungen wünscht, so möchte hier mehr die Gesinnung kund zu werden verdienen, deren Erfolg unausbleiblich ist. — Frankfurt gehört mit zu denjenigen Orten, die sich am Frühesten der durchdringenden Bildung anschlossen, und durch damalige Verhältnisse begünstigt, durch die Unterstützung des flüchtig erscheinenden und schwindenden Fürsten ermuthigt, entstand die israelitische Bürger- und Realschule (das Philantropin), die nun schon länger als ein Vierteljahrbundert in voller Vlütbe besteht und höchst segensreichen Einfluß übt. Wie mächtig hatte sich bei,ihrer Gründung und noch eine Zeit lang nachher das Vorurtheil dagegen ausgesprochen, und mit welch ganz andern Augen wird diese Anstalt jetzt betrachtet. Schreiber D. erinnert sich noch sehr gut aus seiner Knabenzeik, wie sowohl die Schule als die an ihr äugest eilten Lehrer von gar Vielen, um den gelindesten Ausdruck zu gebrauchen, mit dem größten Mißtrauen und Unwillen angesehen wurden, und wie sich das ver- 10*