Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Baiern
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 4)
- Language
- German
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140 . Nachrichten. hier noch gar Vieles zu wünschen übrig ist, und erst die Folgezeit diesen Anstalten ihre volle Reife geben muß. Zwar — Neligionsschulen sind im ganzen bairischen Lande, und fast in einer jeden, wenn auch noch so geringen und dürftigen, Gemeinde anzutreffen. Hingegen fehlt es aber fast durchgehends an guten Schulbüchern, und was noch schlimmer ist, an einem wohlgeordneten, sachgemäßen Schulplane. Wir sehr aber der Mangel beider das gedeihliche Wirken der Schule lähmt, lehrt die Erfahrung. Denn, ohne dem Lehrerstande zu nahe zu treten, kan» man von ihm behaupten, daß er leichter und sicherer eine vorgezeichnete Bahn verfolgt, als daß er sich selbst die Bahn vorzeichnet, besonders in einer so schwierigen Sache, wie der Religionsunterricht ist, wo nicht sowohl das Wieviel? als das Wie? den Werth giebt. Warum man aber in dieser Zerstreutheit fortlebt, und nicht lieber durch Einführung eines guten Religionsbnchs und durch Aufstellung eines umfaffenden Lehrplans der Noth der Lehrer — denn daß diese ihre liebe Noth haben und in der Regel Undank für.ihre, wenn auch noch so treffliche», Leistungen cinentten, weil man keinen Maßstab für diese Leistungen hat, versteht sich von selbst— und zugleich der Willkühr ein Ziel setzt? Diese Frage zu beantworten, ist mir hier nicht möglich, denn ich müßte mich zuerst auf die weitläufigere einlassen: Warum überhaupt zur Zeit noch ein zusammengreifendes, harmonisches Wirken unter den Israeliten so selten zu Stande kömmt, da doch nur von diesem ein Heil zu hoffen ist, während eine jede isolirte Kraft, und ist sie auch noch so energisch, der Summe der Gegenkräfte erliegt? Warum es, trotz den vielen und schönen Beispielen höher» Aufschwunges, noch immer den Anschein hat, als seien Dies nur Ausnahmen, und als herrsche in der Regel noch der alte Geist unter Israel? welcher Vorwurf den Feinden unserer Emancipation eine gefährliche Waffe in die Hand giebt, und von ihnen leider nur zu gut benutzt wird.— Minder allgemein, und darum noch mehr mit seinen Folgen auf die Zukunft angewiesen, ist das Wirken tüchtiger, den billigen und —- unbilligen Forderungen der Zeit gcwacli-