Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Nachträgliche Bemerkungen zum ersten Bande dieser Zeitschrift [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 2)
- Language
- German
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L2Ü Nachträgliche Bemerkungen. nämlich der physikalischen, mathematischen und metaphysi. schen vor der Wissenschaft des Gesetzes Auch hier will er blos den Vorzug anderer Wissenschaften vor den Spitzfindigkeiten in der talmudischen Lehre behaupten. So heißt es auch am Anfänge der Vorrede zum Fübrer der Verirrten: »wer sich nur mit der Wissenschaft des Gesetzes beschäftigt, d. h. mit ihrem Studium —Rap.— Dieser Erklärung kann ich jedoch nicht beistimmen. Der erste Punkt ist, daß Bechai keineswegs unter »Wissenschaft des Gesetzes oder der Gliederpflichten" blos talm. Spitzfindigkeiten versteht; im Gegentheile geht sowohl aus den besprochenen Stellen als aus der S- 133 ff. gegebenen Charakteristik klar hervor, daß überhaupt die wissenschaftlich-philosophische Erkenntm'ß Gottes und der schuldigen Gesinnungen bei Bechai weit höher stand, als die Kcnntniß der Einzelheiten des Gesetzes. Ferner hängt in der ersten Stelle das Studium und das Thun so genau zusammen, daß mit Vernachlässigung des ersteren auch die des letzter» als nothwendig verbunden gesetzt wird. Dies geht aus dem Zusammenhänge hervor, weßhalb wir hier die ganze Stelle geben. Nachdem er nämlich seine Verwunderung darüber ausgesprochen, daß die Alten kein Buch nach seiner Weise verfaßt hatten, beseitigt er auch alle Einwürfe, die gegen die Nothwendigkeit eines solchen Werkes gemacht werden könnten, und sagt da unter Anderm: Nun dachte ich, diese Pflichten sind vielleicht so klar und so allgemein bekannt, ihre Erfüllung ebenfalls so allgemein, daß man sie gar nicht in einem Buche zu sammeln brauchte. Da untersuchte ich aber die Sitten der Menschen der meisten Zeitalter, wie sie in Schriften erwähnt sind, und fand sie von der Erfüllung dieser Pflichten, mit Ausnahme einzelner besonders Gewissenhafter und Zurückgezogner, sehr ferne, so daß man sic gar viel aufmerksam machen und belehren muß. Umwievielmebr nun in unsrer Zeit, wo die Meisten selbst / die Wissenschaft der Gliederpflichten geringschätzig behandeln, wie vielmehr die Herzenspflichteil." Offenbar fließt ihm hier das Kennen und Ansübcn zusammen. G.