Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Karäische Litteratur [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 2)
- Language
- German
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64 R e c e a s i o » e n. als Glaubensgemeinden —, und der Erfahrung, daß der Islam schon in der ersten Zeit sich in viele Parteien zersplitterte« Jedoch abgefthn von dem Grunde, der einer solchen Meinung unterliegen mag, und der wohl insofern Beachtung verdienen kann, als die Denkfreiheit der Bekenner eines Glaubens, aber nicht die Gediegenheit des Glaubens sich durch die vielfache Trennung kund geben möchte, stellt uns die Geschichte des Judenthums die Thatsache entgegen, daß in ihm sich sehr wenige Seelen ausgebildet haben und beständig blos eine einzige den Sieg davon getragen hat. In den älteren Zeiten, in denen des zweiten Tempels, waren es die Secten der Pharisäer, Saducäer und Effäer, die sich vornehmlich in der Herrschaft theilten, mit bedeutendem Uebergewichte der ersteren. Wir haben schon an einem andern Orce *) dieselben so charakterisirt, daß die ersteren, einem zeitgemäßen Fortschritte huldigend, Abänderungen und Hinzufügungen Vornahmen, wo aber freilich unsre Zeit, von ihrem Standpunkte aus, nicht immer einen Fortschritt gewahren kann, die mittleren, alle Zuthat und Wegnahme verdammend, streng auf dem herkömmlichen biblischen Standpunkte blieben, während die letzten mehr einer theosophisch-mystischen und asketischen Richtung sich Hingaben. Indem diese drei im Principe verschieden waren, lebte noch ein Nebenzweig des Judenthums, der seine Eigenthümlichkeit einzig und allein der Geschichte seiner Entstehung zu verdanken hatte, schwach fort und erhielt sich auch noch, bei immerwährendem, allmäligen Abnchmen, bis auf unsere Tage, nämlich die Samaritaner. Diese Dieser Zeitschrift Band 1. S. 36 ff.