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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 77

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Grundlehren des israelitischen Glaubens
Date
1836-01-01
Page
Seite 77 (sequence 10)
Language
German
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IV. Gmndlehreri des israelitischen Glaubens. 77 Zn unfern Zeiten verhält es sich mit diesen zwei Elaubenswahrheiten gerade umgekehrt. Von dieser Ansicht ausgehend, behaupte ich nun, daß Maimonides eine für unsere Zeit sehr wichtige Grundlehre aufzuzählen vergessen hat, nämlich die, daß Gott uns wegen unsrer Sünden in unsrer bedrängten Lage läßt, daß er un§ hingegen, sobald wir uns bessern, aus derselben befreien werde. Diese Wahrheit ist für uns so wichtig, daß unsre Religion nothwendig zerfallen muß, wenn wir sie zu beherzigen aufhören. Sie gründet sich nicht etwa auf einzelne Stellen der h. S., sondern ist die Quintessenz aller Verheißungen und Prophezeiungen. Ihre Beherzigung wird uns sogar ausdrücklich befohlen in der Stelle: Du sollst erkennen in d e in em Herzen, daß, wie ein Vater seinen Sohn züchtigt, ber Herr bein Gvtt dich züchtigL (Deuteron 8, 5); auch werden wir in der Bundesbeeidigung mit sehr harten Strafen bedroht, wenn wir auf diese Wahrheit nicht achten und die Drangsale, die uns treffen, für blose Wirkungen des Zufalls halten. Wer rum diese Grundlehre nicht glaubt, nämlich daß die Leiden, welche wir zu erdulden haben, eine göttliche Strafe für unsre Sünden sind, der ist gewiß für einen Ketzer und einen Freigeist zu halten; denn er stellt Gott als ein ungerechtes, treuloses Wesen dar, entweiht seinen Namen, untergräbt die Grundpfeiler der Religion und verleitet uns zur Abtrünnigkeit." — Wir behalten uns vor, diesen höchst merkwürdigen Brief bei einer andern Gelegenheit, seinem ganzen Inhalte nach, mitLUtheileir> (Fortsetzung folgt.) v» M. Creizenach,

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