Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Grundlehren des israelitischen Glaubens
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 6)
- Language
- German
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IV. Grundlehren des israelitischen Glaubens. 73 können, Nichts gemein haben, wie ließe sich dann für die Heiligkeit des Menschen durch die Nachahmung Gottes Etwas gewinnen? Gegen Einwendungen dieser Art, welche überhaupt geeignet sind, um uns der kräftig bezeichnenden Ausdrücke des trefflichen SteinheL m zu bedienen , die Religion zum Heidenthume oder zum trocknen Philosopheme Hers abzuwürdigen, retten wir uns zum Geiste und zum Buchstaben der heiligen Bücher, der einzigen Duelle, ans der wir die n.öthige Belehrung über das Wesen und die Vegränzung des israelitischen Glaubens schöpfen können und dHrfem. 2) Die Grundlehre von der Vergeltung, der menschlichen Werke nach den Gesetzen, einer mit Liebe, Milde und Nachsicht gepaarten Gerechtigkeit giebt uns wohl die erforderliche Anleitung zu einem pflichtmäßigen Verhalten gegen unsre Mitmenschen; da, aber mit einem solchen Verhalten der Begriff der Heiligkeit, zu welcher sich der Jsraelrte erheben soll, durchaus nicht erschöpft ist, da uns vielmehr hiezu noch viele andre Pflichten obliegen, zu deren Erfüllung wir nicht minder eines hohen Vorbildes der Nachahmung bedürfen: so wäre uns doch hiezu die Kenntniß anderer Attribute der Gottheit nöthig, die sich auch in den heiligen Büchern angegeben stnden dürften, und die man deßhalb nicht minder als die Lehrevon der Vergeltung als Grundlehren annehmen müßte. Diese Einwendung wäre gegründet, wenn es sich in der That Nachweisen ließe, daß die h, S. der Gottheit Attribute beilegt, deren Aneignung^ die innere oder äußere Heiligkeit des Menschen erhöhen würde; es mochte aber wohl, nicht möglich sein, solche aufzusindeu, und