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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 2

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Die Gründung einer jüdisch-theologischen Facultät, ein dringendes Bedürfniß unserer Zeit
Date
1836-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 I. Die Gründung einer jüd.-theol. Facultät, bet wüste liegen, und vergebens suchet das Leben, sich in seinen Jrrgängen zurecht zu finden, vergebens den Schutt wegzuräumen, Wie bedeutend nun erhöht sich dieser Einfluß der Wissenschaft gar bei Ideen, die unseren eigenthümlichsten Reichthum begründen, die unsere Veredlung und menschliche Vervollkommnung bedingen, wie bedeutend bei Lebensfragen, die so plötzlich von ganz andern Gesichtspunkten aus betrachtet werden! Beide Eigenschaften aber vereinigen sich jetzt in der jüdischen Theologie. Sie hatte früher — wenn man sich dieses Namens für eine Beschäftigung, die den langen Zeitraum, der unserer Zeit vorangegangen ist und den wir hier im Auge haben, anfüllte, bedienen darf— einzig undallein im Studium des Talmuds bestanden; kaum daß diesem noch eine dürftige, unwissenschaftliche, weil auf keinen Sprach- und exegetischen Kenntnissen beruhende, Bekanntschaft mit der Bibel zuweilen sich anschloß. Dieses Studium wurde nun allerdings so mühevoll, so bis in seine einzelnsten Theile herab, gepflegt, daß es auch denjenigen Gebieten des Talmuds, die dem Einflüsse auf das praktisch - religiöse Leben der Zeit fremd waren, zu Theile wurde. War ja auch dasselbe selbst ein religiöser Act; war ja die theologische Ausbildung, gleichviel ob ein Resultat aus derselben erfolgte oder nicht, eine gottselige und gottgefällige Handlung, der man sich freudig unterzog! — Mehr aber als diese eine Beschäftigung war nicht nöthig. Der Talmud war das Buch, das alle Anleitung fürs Leben, alle Kenntnisse, die als wahrhafte galten, in sich schloß; in ihm bewandert sein, genügte für's Leben, genügte für den Anbau des Geistes. Hätte es etwa

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