Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Bernburg [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 472 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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472 Nachrichten. Stütze gewonnen ist. Das; durch diese einzelen religiösen Anregungen, wie namentlich auch durch die zweckmäßigen Predigten, welche die Herzen oft aufgeweckt haben, das Bedürfnis; einer durchgreifenden Verbesserung deS Gottesdienstes und zugleich eines derselben entsprechenden Gotteshauses immer mehr gefühlt wurde, war natürlich. Wir sehen daher bereits ein neues Gotteshaus seit 2 Monaten hier stehen, welches, unterstützt durch einen Herzoglichen Beitrag, die hiesige israelitische Gemeinde mit großen Aufopferungen erbauet und mit einer solchen Würde in Gegenwart der, mittels Programmes dazu eingeladeuen, Höchsten Landes- und übrigen Behörden und Honoratioren eingeweiht hat, daß ohne Ausnahme alle Anwesenden höchlich überrascht und tief davon ergriffen waren. Das Gebäude selbst ist in seinem Innern so zweckmäßig für die zeitgemäßere Gottesverehrung und so geschmackvoll ausgeführt, daß auch unser Durchlauchtigster Herzog lange mit hohem Wohlgefallen, welches er dem Landrabbiuer und dem israelitischen Vorstande zu erkennen gab, darin verweilte. Die Beschreibung des Baues und der Einweihungsfeier und die hierbei gehaltene Predigt, ist so eben im Drucke erschienen und ist im Buchhandel zu haben. — Mit dem neuen Gotteshausc haben wir auch einen neuen Vorbeter, Herrn Cahen, der zugleich Lehrer an der israelitischen Schule ist, erhalten. Derselbe trägt bereits die Gebete des - so wie deutsche Gesänge vor und nach der Predigt mit einem Chore von 12 Knaben vor, und hat schon dieser Vortrag so viel Entzündendes für das religiöse Gefühl, daß auch verheirathete und nnverheirathete Frau, enzimmcr, so wie Männer, welche in langer Zeit die alte Synagoge nicht mehr besucht hatten, demselben beiwohnen.-Sehr beachtens- und mittheilcnswerth ist endlich der Verein zur U n. terstützung armer israelitischer Knaben des Herzogthums zur Erlernung des Ackerbaues, der Handwerke, Künste und Wissenschaften, welchen der Landrabbiuer gestiftet und unter seiner Leitung, die ihm und einem christlichen Mitvorsteher vom Verein bis jetzt übertragen worden, so weit gebracht hat, daß auch der Durchlauchtigste Herzog und fast sämmtliche Mitglieder der Landes- und übrigen Hohen Behörde» jähr-