Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Bonn [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 458 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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453 N a ch r i ch t e n. des Zacharias, mit Beurtheilung derselben (tzuae «uxer ck« ««- tat« et vriglne xosterioiis liboi 2»eliari»e psrti« clispiitatÄ snvt, eonkersntur et cllli^eilli erisi sud^ieisvtur). Die zweite hat die philosophische Facnltät gegeben, und sie verlangt Aufschluß über Geist, Gehalt, Quellen und Verfasser der arabischen Ucbcrsetzungen des Pentateuchs (kv8tulu1uo, nt äs evuvvrsiouidus e keutateuollv ill ^rsdieniu seeuratiu8 cligputetuo, itu nt tuin in inclolen» et eonilitionein Inin in kvnte8 et nuettNv8 ingsuirstnr). Das Interesse der ersten Frage ist unverkennbar. Die neuere Kritik hat, ebenso wie dem Jesaias, so auch dem Zacharias den letzten Theil seiner Weissagungen abgesprochen und sic in eine spätere Zeit verlegt. Dieses Resultat der gelehrten Forschung wurde bis auf die neueste Zeit wenig angegriffen; die Wissenschaft war noch nicht ins Leben der Kirche völlig cingedrungen. Ms nun aber jene immer mehr durchdrang, sich aber doch die alte Satzung nicht gänzlich unterwerfen konnte, da gab es dann Reibungen und Neactioneu, und der Kirchenglaube fing wiederum Gegentheile an, auf die Wissenschaft zu influiren, und die bisher unparteiische Kritik, die nicht voraus Resultate festgestellt hatte, sondern ruhig aus ihren einzelnen Ergebnissen die Entwickelung des Ganzen erwartete, wurde nnn von vorn herein getrübt und gewaltsam mitgebrachten Ansichten unterworfen. Hieraus entstanden die Werke Hengstenberg's, Keil's, Hävcrnik's u. dgl.— Es ist demnach jener neu ausgebrochene Kamps nicht als ein Rückschritt, sondern im Gegentheile als ein Fortschritt zu betrachten; denn statt früher in die Sale der Wissenschaft gebannt zu sein, ist nun die Frage auf den Markt des Lebens getreten, und die Antwort mit allen ihren Folgen wird nnn auch die Wirkung auf dasselbe ausüben. — Leider ist eine solche Erscheinung noch bis jetzt nicht in der Synagoge hcrvorgctretcn. Und wie sollte sie auch? Nur die freie Wissenschaft, die sich zuerst ganz auf sich beschränkt, wenn sie, ohne die Kümmerlichkeiten und Mühen des gewöhnlichen Lebens, sorglos gepflegt werden kann, nur sie kann auch vom augenblicklichen Leben einer Glaubensgemeinde unabhängige, ja ihm widerstrebende, aber um so wichtiger zu seiner künftigen Umgestaltung wirkende Resultate erzeugen, die Anfangs ge-