Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Marokko [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 453 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rabat 1× ep/1045497
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Nachrichten. 453 Volkszähl, die man kaum auf vier und eine halbe Million änfchlagen darf, stationär, wo nicht im Abnehmen ist, haben alle in dieser Beziehung gemachten Beobachtungen bestätigt. Bei den Juden zeigen die verfallenen großen Quartiere mehrer Städte,' einst durchaus bewohnt, jetzt verödet, deutlich von dieser Abnahme. Da übrigens bei ihnen Geburts- und Sterbelisten eingeführt sind (was bei der übrigen Bevölkerung nicht Statt findet), läßt sich die Zahl der in den Städten wohnenden Israeliten annäherungsweise bestimmen, und durfte folgende sein. In Tanger 700, Tetuan 3000, Mcguinez 800, Fez 2500, Marokko 2000, Rabat 1000, Mogodor 1100, Alkassar 300, Azila 200, Larasch 250, Azamor 240; zusammen 12090"?) „Das Quartier der Juden (in Megninez) ist groß , luftig und ziemlich rein, übrigens ein Labyrinth von Straßen. Am Thore desselben steht ein Araber als Pförtner, der dasselbe zu gewissen Stunden öffnet und schließt, und mit einigen Soldaten die polizeiliche Aufsicht besorgt. Die Juden beschäftigen sich mit Kleinhandel und der Geschäftsvermittelung zwischen den Aaustenten. Viele treiben Handwerke und finden ihren Erwerb als Goldschmiede, Schneider, Schuster u. dgl., oder arbeiten in der Münze. Andre erzeugen Wein, den sie an ihre Glaubensgenossen und heimlich an die Mnselmänner verkaufen; wir selbst kauften mehre Eimer für unsre Mannschaft. Der Wein ist, wie natürlich, schlechter und thcurer als der spanische. —- In kirchlicher Beziehung! unterstehn die Juden hier, wie in Tanger, einem Rabbiner, in weltlicher ihren selbstgewählten Sabio's, welche meistens einige Studien gemacht haben, und deren Würde sich oft in einer Familie forterbt. In der ziemlich geräumigen Synagoge fanden wir einige Untcrpriester. Die Juden zahlen hier, wie in den übrigen Städten, einen jährlichen Tribut. Ihre Häuser sind kleiner, aber freundlicher, als jene der Marokkaner, und oft mit einem Stockwerke versehen, von deren Terrassen sich herrliche Aussichten über Meguiiicz und seine Umgebungen eröffnen. Durch die Straßen dieses Stadttheils ziehend, *) Nach der kevus t»'Itrwiiic,uv, Mai 1835 ist die Gesammtan- » zahl der Juden in Marokko 340,000.