Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Aus dem bairischen Oberdonaukreise [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 441 (sequence 5)
- Language
- German
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Nachrichten. 441 Wirthes besitze», dennoch nvch immer nicht die Erlaubniß zur Einrichtung einer Wirthschast erhalten können. Ist ein Wirth etwa ein Wucherer? Solange die Juden sich noch immer so sehr zurückgesetzt sehen, solange kann auch das Band des bürgerliche» Lebens sie nicht fest umschlingen, und Staat wie Judenthum leiden-darunter. Jedoch — cs wird besser werden! (Rheiubaiern, Juli). Noch einen, meiner Ansicht nach, wichtigen Punkt in der Verbesserung des israelitischen Schulwesens habe ich zu berichten. Ich meine die Ausdehnung der S o n ntagsschulen auch auf die israelitischen Schulen. Es ist DieS eine Folge besonderer Verordnung k. Regierung vom Dec. 1828 (vgl. Zunz S. 465); dennoch aber findet die Einrichtung nicht überall Statt, wo israelitische Lehrer angestellt sind. Es ist unbegreiflich, warum die Rabbiner, denen die Oberaufsicht wenigstens über den Religionsunterricht in den israelitischen Schulen überwiesen ist, nicht hierüber wachen. Warum fordern sie die angcstellten Lehrer nicht überall auf zu dieser ihrer Pflicht? warum berichten sie, im Falle ihrer Aufforderung nicht gehörig nachgekommcn wird, die Sache nicht an k. Negierung, die gewiß gerne ihrer Eingabe Nachkommen würde? Was das Institut der Sonntagsschulen selbst betrifft, so kann ich Ihnen darüber Folgendes sagen. Es ist eine Verordnung der k. Regierung, daß die Kinder von der Confirmation an bis zu ihrem zurückgelegten achtzehnten Jahre jeden Sonntag die Elementarschule besuchen müssen, wo dann der Lehrer vorzüglich Dasjenige, was in der Schule bis zur Confirmation beigebracht war, wiederholt, oder auch, wo es möglich ist, die Jugend weiter fortbildct. Die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtung liegt klar vor. Leugnen wir cS aber nicht, daß gerade für Israel solche Schulen von der größten Wichtigkeit sind. Es ist nämlich natürlich, daß die Jugend noch größtentheils dem Gewerbe der Väter, welches gewöhnlich der Handel ist, hingegeben bleibt. Gerade aber dieser ist cs gewiß, der weniger das Herz in fortwährender Richtung zum Höchsten hält, als namentlich der Ackerbau und manche andere Gewerbe. Der Handel, besonders der regellose Kleinhandel, welchen wir hier besonders im Auge haben, nimmt