Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Prov. Starkenburg [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 431 (sequence 2)
- Language
- German
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Nachrichten. 4ZL von einer vorznnehmendcn Renovation, und Einsender ist mit den dortigen Verhältnissen zu wenig bekannt, als daß er nur den bescheidenen Wunsch eines neuen Aufbaues von Grund aus wagen sollte. — Doch ich sprach von einer freudigen Erscheinung, und diese zeigte sich mir, als nach dem gewöhnlichen Miuchah-Gebete die Festes-Liturgie beginnen sollte. Den gewöhnlichen, eintönigen s. g. Gesang des Vorbeters und das ungeregelte Dazwischenschreien der Gemeinde erwartend, war ich nicht wenig überrascht, als ich aus einmal einen Knaben- und Männer-Chvr sich gruppiren sah und ein herrlich ausgeführtes Recitativ, wobei Vorbeter und Gemeinde, deren Stelle der Chor übernahm, abwechseln, vernahm. Gerne vergaß ich des Mangels an äußerer Zierde des Gebäudes — die Ueberladung an Blumenkränzen und Aweiggewinden konnte diesen nicht ausfüllen — und gab mich ganz der Andacht hi». Mag es auch sein, daß die geringe Erwartung, die ich zuerst hegte, den überraschenden Eindruck steigerte, so war doch der wohlthätige Einstuß dieser Einrichtung auf die übrigen Theilnehmer nicht zu verkennen. Mag auch die Verbesserung der Liturgie dadurch ihren Höhepunkt noch nicht erreicht Haben , der Fortschritt zeigt sich doch. Und zwar, was mir immer sehr erfreulich ist, ein Fortschritt, auf acht jüdischem Boden entsprossen. Die Melodie schloß sich gewandt an den frühem Synagogengesang an, ohne deßwegen der Kunst zu nahe zu treten. Es war überhaupt viel Gewandtheit in der Compvsition, da ja viele Gcbetstücke gar nicht für den Gesang abgesagt sind, und der Zusammenhang nicht sinnstörcnd zerrissen werden sollte. Der Chor ist so eingerichtet, daß er gleichsam die Gemeinde, dem Vorsänger gegenüber, rexräsentirte, also alles Das singt, was sonst die Gemeinde unregelmäßig zusammensprach. Selbst das bekannte ^1121 81N das und den sonst mit vieler Ungebühr hergeschrieenen ersten Vers des Schema übernimmt der Chor; so daß durch den ganzen Gottesdienst ein herrlicher Wechselgesaug Statt findet. Und eben dieser ist ächt jüdisch. Die ganze synagogische Liturgie, sowohl die festliche als sabbathliche, ist darauf berechnet. Wir dürfen Dieses gewiß nicht zu den Mängeln derselben rechnen. Es werden dadurch für die Andacht 29 *