Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdisches Schulwesen [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 10)
- Language
- German
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Jüdisches Schulwesens 413 wirklich eine solche äußere und ermüdende Last sei, ein blos mechanisches Treiben, das für den Lehrer* und Schüler in gleichem Grade erschlaffend und geisttödrcnd ist? Es sind traurige Folgen der Vergangenheit, welche eben so traurige Bedürfnisse der Gegenwart erzeugt, dem jüdischen Schulunterrichte eine solche Gestalt gegeben und die jüdische Schule zu einem Mitteldinge zwischen einer mechanischen Gelehrtenschule und einer mechanischen Elementarschule gemacht haben. Ist es nun aber unbestreitbar, daß der jüdische Religionsunterricht einer völligen Regeneration bedürfe, so soll dieses keineswegs dazu antreiben, andere Unterrichtsgegenstände mit demselben zu verbinden, um ihm gleichsam eine äußere Folie und Ausschmückung zu geben. Diese Verbindung könnte eher schaden als nützen, und es möchten durch dieselbe israel. Schulen entstehen, wo Alles im besten Stande ist, nur — der Religionsunterricht nicht; nur er würde in der Weise des alten Schlendrians fortbetrieben, bei welchem sich die Trägheit und der Jndifferent-ismus um so eher beruhigen könnten, als in allem klebrigen den Gesetzen wahrer Jngendbildung gemäß verfahren wird. Auch diese praktische Rücksicht möchte also eher für als gegen die Errichtung besonderer israelitischer Religivnsschulen sprechen; der jüdische Religionsunterricht soll auf sich selbst beschränkt sein, damit ihm gleichsam die Nothwendigkeit auferlegt werde, sich selbst zu tragen und zu halten, und daher seine eigene Würde zu entfalten, sich zu reinigen und zu vervollkommnen. Wenn er in die Hand berufener isr. Geistlicher kommt, so kann dieses nur wohlthätig für ihn wirken. — Eine Aufgabe für die Wissenschaft bleibt es aber, auch hier den Weg zu ebnen, und ein tüchtiges Werk über die Methode des jüdischen Religionsunterrichts — welches dem Bedürfnisse der Zeit, dem gegenwärtigen Standpunkte der Katechetik und der pädagogisch-didaktischen Wissenschaften überhaupt, wie dem wahren Geistedes Judenthums auf gleiche Weise entspräche — müßte von dem größten Nutzen werden und könnte allein dazu führen, daß hier das seitherige Schwanken verbannt würde. Doch möchte es wohl noch nicht an der 28