Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 2)
- Language
- German
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IV. Der Kampf christlicher Theologen rc. 341 die Religio nsansschten aufgefaßt haben, gleichgültig an der noch allgemein bestehenden Kirchenlehre vorübergehend, und den in der Kirchengemeinschaft wurzelnden Glauben völlig ignorirend; da hat man dann ein Christenthum nach eignem Zuschnitte, das vielleicht: auch das wahre sein, vielleicht auch einmal zu allgemeiner Geltung erhoben werden mag, worüber wir hier nicht zu urtheilen haben. Man steht da als Rationalist, d. h. mit dem Glauben, daß das Auftreten Jesus' eine höchst bedeutsame Erscheinung in der Geschichte war, daß er in vem bestehenden Judenthume mit allgemein-religiösen und sittlichen Ansichten aufgetreten ist, die dasselbe gänzlich zu reformiren, aus seiner Abgeschlossenheit hervorzureißen und zur allgemeinen Weltreligion umzugestalten fähig waren, daß aber auch er entweder mit Willen diese hohen, ewigen und allgemein gültigen Wahrheiten den damaligen, noch nicht für sie empfänglichen, allgemein herrschenden Ansichten anbequemt habe — welche Accomodationstheorie aber jetzt wieder gefallen ist —, oder daß er selbst befangen in den Vorurteilen der Zeit nur die Keime zu jener Weltregeneration in sich getragen, die dann die spätere Zeit immer befruchtet habe, und deren Früchte die Gegenwart in ihrer völligen Reife sehe und zu genießen habe. Noch weniger als Jesus selbst aber erachtet man die Apostel frei von irrthümlichen Meinungen, so daß die in ihren Schriften niedergelegten Lehren noch um somehr getrübt sind, und denselben bloß so viele Wahrheit entnommen werden kann, als gerade mit der Idee, die man als sie christliche — aber eigentlich allgemein menschliche —in Anspruch nimmt, übereinstimmt; alles Andre wird als bloße individuelle oder, um es von der Individualität der Jünger abzuwälzen, zeitliche oder.