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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 3 · p. Seite 305

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 3
Article
Heuchelei, die erste Anforderung an den jungen Rabbiner unserer Zeit
Date
1835-01-01
Page
Seite 305 (sequence 21)
Language
German
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an den jungen Rabbiner unserer Zeit. 305 und Schlauheit, soll einzig und allein Klugheit üben und wieder Klugheit? Wahrlich, wo die Klugheit der Gottesfurcht vorsteht, da besteht sie nicht. Wo solche verderbliche Ansprüche herrschen, da ist cs natürlich, daß die Bessern sich überreden, es sei pa«, storalklug, ihnen zu entsprechen, aber dennoch in zu beständigem Streite mit ihrem bessern Selbst sind, um ihnen genügen zu können, daß hingegen die Schlechter«, die herzlosen Egoisten, es für „klug", ihrem Interesse angemessen halten, sich zu diesem Verfahren zu bekennen Daher folgt es dann, daß die Gemeinden, wenn sie nun wirklich ihren Rabbiner nach ihren Grundsätzen sich ge« wählt, sich unbehaglich und unzufrieden fühlen und selbst des ewigen Zauderns, des ewigen Hin- und Hertappens, müde werde». Daher kömmt es, daß manche Gemeinden sich gar nicht zur Aufnahme eines geistlichen Führers entschließen können. Sie verlangen einen Mann, der Zeugniß gegeben von seiner vorurtheilsfreien ächt religiösen Gesinnung, aber möchten ihn dennoch auch formglänbig wissen; sie fühlen die Widersprüche nicht, die sie vereinigt haben wollen —7 Tritt ein Rabbiner entschieden kämpfend auf für seine Meinung, so tadelt man ihn, denn er ist ja Rabbiner, er muß also die „Religion" erhalten; tritt er mit Winkelzügen auf, oder läßt er gar die gegnerischen Gesinnungen Durchblicken, so ist er abermaligem Tadel unterworfen, denn er soll Rabbiner in u nserer Zeit sein. Also die Laien haben Schuld an dem unheilvollen Schwanken, an der unseligen „Klugheit", die - nicht der Gottesfurcht nachsteht; sie tragen die Schuld, die. Guten zu entmuthigen, die Schlechten in ihrer gemeinen engherzigen Selbstsucht zu bestärken. Sie haben es sich

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