Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Baden [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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274 Nachrichten aus der Synagoge. Mann ihn ersetzen, mit warmem Eifer für ein kräftig , erblühendes religiöses Leben und mit voller Thatkraft; wir haben deren noch immer nicht zu viel. — Es wird auch eine neue Verordnung über die Prüfungder Theologen erwartet, deren wissenschaftliches Eramen früher ganz und gar vernachlässigt wurde. Es soll dies geschärft und vor dem Abgehn zur Universität auch schon eine Abitnrixntenprüfung angeordnet werden. Was meinen Sie wohl dazu, wenn dahin gewirkt würde, daß in Heidelberg eine Professur der jüdischen Theologie errichtet würde, wozu natürlich ein tüchtiger Mann zu wählen wäre? Dann könnte von diesem, mit Zuziehung noch einiger Professoren der philosophischen Facultät, die Hauptprüfung unternommen werden, und als zweites oder Staatsexamen, wie ja auch bei andern Fächern meist ein Universitäts- und ein Staatsexamen cingeführt ist, die schon früher bei einem der dazu bestellten Rabbiner angeordnete folgen. Freilich müßte diese auch noch gar sehr umgestaltet werden. — (Altona.) Der hiesige Rabbiner, N. Akiba, ist gestorben; er war ein Pole und lebte noch ganz in der alten finsteren Zeit, glaubte eine geistliche Gewalt z» besitzen, die er in Bannflüchen und anden Früchten der Intoleranz äußerte, namentlich gegen den Tempel zu Hamburg, die sich freilich einer sehr geringen Beachtung erfreuten. In seiner Meinung bestärkte ihn auch namentlich die noch hier bestehende Autonomie der Juden, die dem Rabbiner eine richterliche Gewalt beimißt. Hoffentlich wird unsre einsichtsvolle Regierung nunmehr diese veraltete und ganz unpassende Einrichtung aufhcben, wird den Israeliten auch dem gesetzmäßigen Richter anvertraucn und den Rabbiner, der , ein recht würdiger sein möge, einzig und allein zum Geistlichen bestimmen. (Aus Baden im Juni.) Zur Vervollständigung meiner frühern Nachrichten diene noch Folgendes: Tie Kammer nahm den Antrag auf Besoldung der israelitischen Lehrer aus den öffentlichen Fonds an, indem sie jedoch das Amendement hinzufügte, daß bei Errichtung einer neuen israelitischen Schule der Magistrat des Ortes seine Zustimmung geben müsse, und