Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 17)
- Language
- German
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Rapoports Biographien. Saadias. 185 wir Glauben schenken müssen, Jacob. Er war geboren in Fajum in Egypten, ward, der erste Ausländer, zum Gaon gewählt in einem Alter von 36 Jahren im Jahr 928 in Sura oder Matha Mechasia, gerieth nach zwei Jahren wegen seiner strengen Unparteilichkeit in heftige Streitigkeiten mit dem politischen Oberhaupte der persischen Juden, dem sogenannten Haupt des Exils, mußte daher fliehen, sich sieben Jahre lang in der Ferne aufhalten, bis die Aussöhnung statt fand und er in ruhigem Besitze seiner Würde fortlebte; aber nur ungefähr fünf Jahre genoß er dieses Glück, denn in seinem 50ten Jahre starb er schon. Diese seine äußern Lebensumstände werden hier ausführlich behandelt, die häufigen chronologischen Jrrthümer entdeckt und berichtigt, indem die Quelle derselben nachgewiesen wird. — Saadias war ein äußerst thätiger Gelehrter, was bei seinem kurzen Leben und bei den vielen Verwicklungen desselben um so anerkennenswerther ist. Er wirkte als Gaon und hiebei zwiefach, in der Entscheidung talmudischer Gegenstände und in ganzen Werken, die er denselben bestimmte, und ferner in Feststellung und Anordnung der Liturgie, die damals noch nicht das starre und ungefügige Aussehn hatte wie jetzt. Er wirkte zweitens als Sprachgelehrter, dies wiederum zwiefach; als hebräischer Grammatiker und zwar wohl als der erste, der aber freilich noch nicht alle Spracherscheinungen, nicht einmal in der Formenlehre, die die alte Zeit fast allein beschäftigte, zu erklären verstand und daher von den Spätem wenig beachtet wurde, und als Exegete. Hierin haben seine Leistungen eine große Aufmerksamkeit erregt, er ist gerade derjenige jüdische Uebersetzer, der allein mit genügenden Hilfsmitteln