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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 2 · p. Seite 149

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 2
Article
Der Mangel an Glaubensinnigkeit in der jetztigen Judenheit
Date
1835-01-01
Page
Seite 149 (sequence 9)
Language
German
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in der jetzigen Judenheit. 149 ligiöser Sinn im Herzen, wie können sie sich denn dabei beruhigen, daß das Religionssystem, zu dem sie sich bekennen, in dem ihre Kinder unterrichtet, nach dem sie in allen Lebensbeziehungen genannt werden, ganz und gar nicht das ihrige ist? Wie sollten sie nicht auf eine Reform, auf eine durchgreifende Reform dringen und abermals dringen, wenn sie es so klar einsehen würden, daß zur Befriedigung ihrer eignen religiösen Bedürfnisse, zum Seelenheile ihrer Kinder die Religion, wie sie jetzt ist, nicht genüget? Wie sollten sie nicht mit dem größten Eifer darüber wachen, daß die Stellen der Führer und Religkonslehrer in Israel von solchen Männern besetzt werden, von denen man mit voller Bestimmtheit weiß, daß ihre falschen Ansichten nicht fort und fort alle wahre Erhebung aus unsrer Religionsübung, aus unfern Gotteshäusern verbannen? Aber von allem Diesem zeigt sich Nichts, höchstens ein kleines Flickwerk, das bloß für äüßeren Schein sorgt, ja von ihnen selbst wird oft das Streben nach einer Verbesserung verspottet, individuelle Lossagung ist das Höchste, wozu sie es bringen, Negation auf Negation bloß aus Gelüste, nicht aber aus Liebe zur wahren Religion Haß gegen den nach ihren Ansichten bestehenden Afterglauben, nicht aus dem Bestreben nach reiner Gottesverchrung der Kampf gegen Fetischismus. Unsre Zeit scheint fast zu schwach, zu frivol zum Haffen und zum Kämpfen, aber der Haß gegen die Lüge ist der Sohn der Liebe zur Wahrheit, der Kampf gegen das Unreine entspringt aus dem Sehnen nach dem Reinen. Die Waffen, die jetzt gebraucht werden, sind der Witz und der Spott, aber sie sind giftige Pfeile, die die gesunde

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