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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 2 · p. Seite 142

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 2
Article
Der Mangel an Glaubensinnigkeit in der jetztigen Judenheit
Date
1835-01-01
Page
Seite 142 (sequence 2)
Language
German
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142 I. Der Mangel an Glaubensinnigkeit einwirken und es erheben und sie, gleichviel ob unerläfflich oder nicht, einen veredelnden, erwärmenden und die gewöhnliche Leere ausfüllenven Einfluß haben. Wer weiß es nicht, daß daö Anhören einer Predigt keineswegs Religionsgebot des Judenthums ist, aber wie viele führet nicht eine solche hin ins Gotteshaus, nicht um sich hiedurch einer Pflicht gegen Gott zu entledigen, sondern um sich angeregt und erhoben zu fühlen! Wie Viele giebt es, denen selbst der Vcrsöhnungstag mit allen seinen Gebräuchen gleichgültig ist; aber dennoch drängen sie sich in die Pforten der Synagoge, weil der Gedanke an einen solchen Tag, an dem der schwache Mensch mit ernster Reue seiner Schwächen gedenket und sich Verzeihung erfleht, nicht mit Grausen sie erfüllt, aber ihnen eine gewisse innere Wehmuth, eine heiljame Selbfldemüthigung einflößt! Das wahre Wesen der Religion ist ja eben das innerste Gemüthsleben, das in seiner Bewegtheit, in seinem Aufstreben den höchsten Werth hat, daö ohne vielen Skrupel mit solcher Kraft, solcher Unwiderlegbarkeit uns immer von Neuem bestürmet, daß wir uns freudig ihm ergeben. Das Unerreichbarhohe, Las über uns waltet, und das Bewußtsein unserer Kleinheit und Winzigkeit, die Schönheit und liebevolle Lenkung, die uns überall entgegentritt, und das Sehnen, das unser Herz hieuach ergreift, die Verehrung und Liebe, die das ruhige, sinnende Gemüth in sich gegen den Unerforschlichen, der m unserm eignen Innern sich so groß und liebevoll offenbaret, empfindet, — es sind diese Momente, die in ihrer freundlichen Berührung die religiöse Regung des Herzens veranlassen. Aber je tiefer im Gemüthe ver-

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