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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 1 · p. Seite 128

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 1
Article
Darmstadt [Nachricht]
Date
1835-01-01
Page
Seite 128 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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128 Nachrichten auö der Synagoge. Auerbach an die Spitze des hiesigen Synagogenlcbcns berief, wird Ihnen bekannt sein. Wie ein Blitz aus heiteren Wolken traf diese provisorische Ernennung von Seiten der hohe» Staatsregierung alle Meinungspartcicn , deren es hier, wie in vielen großen Gemeinden Israels, eigentlich drei gicbt, die ich gewöhnlich, La sich doch bei der Unwissenschaftlichkeit, die im Synagogenleben, leider! noch immer fortdaucrt, noch kein eigentlicher Supernaturalismus und Rationalismus ausgebildct hat, die hemmende, die fortschreitende und — die traurigste — indifferente nennt. Man war auf eine so schnelle Entscheidung von keiner Seite gefaßt. Aber eine sehr erfreuliche und bei solchen Gelegenheiten ungewöhnliche Erscheinung konnte hierbei dem unparteiischen Beobachter nicht entgehen. Nachdem man lange, wie Sie wissen, über diese Wahl für und gegen mit aller Anstrengung gekämpft und nicht von allen Seiten immer die loyalsten Mittel zur Erreichung seines Zweckes angewendet hatte, war doch aller Streit und alle Parteilichkeit geendet, sobald die Wahl entschieden war. Mit dem Kampfschwerte hatte man zugleich jede Abneigung in die Scheide gesteckt. Auch die entschiedensten früheren Gegner des Herrn Auerbach kamen ihm nun mit der zuvorkommendsten Freundlichkeit entgegen und erwarteten ruhig der Dinge, die da kommen sollten. Ein Beweis, daß der redliche Meinungsstreit nicht M persönlichen Haß ausartctc. Ja , man hatte sogar mit der Hoffnung sich getröstet, daß der Meinungsmantel, in den sich zu werfen Herr Di. Auerbach vielleicht pastoralklug fand, von demselben nunmehr abgeworfcn werden würde. Mit solchem vorurtheilslosen Blicke ging man am zweiten Sabbath des Einweihungsfestcs in die Synagoge, um die Antrittsrede des neuen Rabbiners zu vernehmen. Viele von der höheren christlichen Geistlichkeit waren hierzu eingeladcn. Es war eine zahlreiche Versammlung. Auch ich war in ihrer Mitte. Sie, geehrter Herr Doktor! fühlen mit mir die mannigfachen Schwierigkeiten einer Antrittsrede überhaupt, vor einem so gemischten Publikum insbesondere, und ganz besonders, wenn sie an eine,

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