Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2929020-2929021-2929023-2929089--0115-2929239- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
98 R e c en si o n e n» erste Feuer seines Geistes an dem Lichte des trefflichen Moses angezündet; so hat Salomon Maimon, der tief? finnige Schüler Kant's, sich, wenn auch unglücklich, an der Erklärung seines unsterblichen Moreh Nebuchim versucht; so haben eine Menge junger Israeliten aus ihm die ersten Keime ihres rationalen Denkens gezogen, und zugleich ihre Dankbarkeit gegen ihren Förderer in Behandlung seines Lebens, in Beleuchtung seiner Schriften bezeugt.— Und betrachtet man das rege Streben, wie es sich in Israel seit einigen Decennien beurkundet, sieht man zu, wie allenthalben ein frisches Bewußtsein erwacht ist, hier, um den alten Schild der Autorität von den Flecken des Rostes zu reinigen, weil das unangreifbar geglaubte Palladium doch endlich erschüttert wird, dort, die blanke Ägis der Vernunft zu erheben, zum Niederftürzen und Einreißen gewappnet, — hier im alten Besitze gestört. Alles aufzubieten, wozu Gefühl für eine feste Glaubensansicht und Mißtrauen gegen jede Neuerung anspornen kann, fest entschlossen, auch keinen Schritt zu weichen, weil die Gesetze ihrer Strategetik sie bei jedem Fuße Landes mit dem Verluste des Ganzen bedrohen, dort mit aller Kraft der Jugend die Bahn zur Reinigung des göttlichen Weinberges zu brechen, gedrückt von innern Bedürfnissen, die der Manges zusagender Formen und fester Principien aufregt, und eingeengt von äußern Zwangsmitteln, mit welchen man ihnen die Wege der Ehre und des Ruhmes verschließt, und ebendeßhalb bemühet, in einer Reform und Umbildung des Alten sich selbst zu befriedigen und Andern zu genügen, — was kann da natürlicher sein, als daß man, müde der ewigen Spannung und Spaltung, anstatt stets