Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2929020-2929021-2929023-2929087--0076-2929202- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gegen d. bürgerl. Gleichstellung der Juden, Li religiösen Verfassung nur auf eine wüste, von der übrigen Welt abgeschiedene Insel im Ocean und mußte der Natur der Sache nach dem Schicksale erliegen, unter dem es seit 1800 Jahren seufzet. Nie wird ihm sein Messias kommen. Nur dann ist er für dasselbe vorhanden, wenn unter ihm jede Spur der Erinnerung an die mosaische Gesetzgebung verwischt sein wird, welche auf seine bürgerliche Lage und volksthümliche Ausbildung so nachtheilig einwirkte." Sprach's. Wer freut sich nicht dieser goldnen Worte? Der Gott des alten Testaments, so sprechen oft die christlichen Theologen, ist ein Gott der Rache und muß sich vor dem Gotte des neuen Testaments schämen, wie er da ist ganz Barmherzigkeit und Liebe. Eine Schlagstelle ist dann der Befehl, keiner Person aus den sieben Völkern zu schonen; was sagt Herr vr. Röhr? Die Türken sind keine Christen, folglich jagt sie fort aus Europa. Die Herrn gehn überhaupt mit der Bibel, von ihnen genannt „altes Testament," gar sonderbar um, sie wird gelästert und verhöhnt, aber dennoch ist man gläubig, dennoch denkt man nicht daran, daß Jesus ein blos etwas rationalistischer Jude war, daß die halbe Dogmatik noch jetzt aus Stellen der hebräischen Bibel gezogen wird. Bei solchen Widersprüchen brauchen wir auf das ohnehin nicht motivirte Jmperatorengeschwätz nicht einzugehn; wir hören doch die Sache später noch etwas deutlicher. Darf ich wohl auch hier eines Mannes erwähnen, der zwar nicht schriftlich sich über diesen Gegenstand aussprach, der aber durch seine Worte, die er öffentlich vortrug, einen zu bittern Eindruck auf mich machte, uni