Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 2)
- Language
- German
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IV. Der Kampf christlicher Theologen, rc. Ü3 dcihen blos auf rauhem, kalten Boden — getroffen wird und dahinwelkt. Ein solches Vorurtheil zeigt sich in seiner nacktesten Blöße an dem Bestreben, die bürgerliche Gleichstellung der Juden zu Hintertreiben. Der alten Zeit mußte dieses Bestreben ganz natürlich eigen sein. Da führte die Kirche ein schneidendes Schwert, ein jeder nicht streng ihren Satzungen Folgender war dem richtenden Arme heimgefallen, da führte der Glaubenseifer den Haß gegen Jeden mit sich, der es wagte, einen Schritt breit von dem Wege der allein hienieden selig machenden Religion zu weichen, und so konnten die Juden noch froh sein, daß sie an manchen Orten mit leidlichem Drucke davon kamen. Das Schwert ward stumpf, der Fanatismus schwand, aber die Zurücksetzung der Juden hatte man zu lieb gewonnen, um sie mit aufzugeben. Da kam dann der Scharfsinn hinterher und stützte auf allerhand Weisen; bald sollte eine fremde Nationalität, bald die Nahrungsweise der Juden, bald ihre nicht vollständigen Leistungen an den Staat, bald Grundfehler im Charakter der Juden den Rechtsgrund für die ungerechte Behandlung hergeben. Der Tiefersehende erkennet gar bald, wie hier blos dieselbe Erscheinung hervortritt, die wir oben im Allgemeinen als aus der menschlichen Natur gewöhnlich entsprießend bezeichnet haben. Keiner von allen diesen Vorwänden war der Grund, der im Innersten des Herzens nachktang, es war blos verjährtes Vorurtheil; aber man mußte sich doch theils gegen Andre, Heils auch bei sich selbst rechtfertigen, und so legte man Grundlagen unter, um ja daS Einstürzen so lange wie möglich zu verhindern. Es ist nicht zu läugnen, daß die neuere protestan-