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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 1 · p. Seite 2

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 1
Article
Das Judenthum unserer Zeit und die Bestrebungen in ihm
Date
1835-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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L l. Das Judenthum unserer Zeit die kämpfenden Parteien einander, schon durch die Blößen, die man gegenseitig entdeckt, wird man dahin geführt, sich auch einmal auf den Standpunkt des Andern zu stellen, unwillkührlich vermählt man diesen mit seinem eigenen, und man gewahrt doch, daß man anfangs etwas einseitig verfahren sei. Es bildet sich dann diejenige Art des Streites aus, wo eine geschichtliche Kritik die höchste Stelle einnimmt, wo die Macht der Geschichte auf zwei ihrer Seiten anerkannt wird. Zuerst erscheint sie uns von dem glorwürdigen Gesichtspunkte aus, der uns zeigt, wie die Gestalt, die die Menschheit im Ganzen wie im Einzelnen erhalt, doch jedesmal von der Vergangenheit abhängig ist, wie Gedanken und Erscheinungen nicht aus einem plötzlichen genialen Nu eines erfinderischen Menschengeistes, wie Athene aus dem Haupte des Zeus, entsprungen seien, sondern wie sie vielmehr allgemach vorbereitet, und blos, was früher in stillen , leisen Keimen dalag, durch die kräftige Hand eines Hochbegabten oder durch den gewaltigen Andrang von Zeitereignissen in's Leben getreten ist und sich nun dem erstaunten Menschenblicke, der früher einen solchen Geist nicht ahnte, verkörpert darstellt. Diese Betrachtungsweise der Geschichte lehrt aber zugleich, wie nicht im gewaltsamen, rücksichtlosen Abschneiden aller aus der Vergangenheit uns gewordenen Überlieferung das Heil liege, sondern im sorgsamen Aufsuchen ihrer tiefer» Sprüche und in dem Bestreben, das, was geschichtlich sich gebildet, auch nun, da wir Organe der Geschichte worden sind, geschichtlich fortzubilden, hier hemmend, dort fördernd, hier dem Rade der Zeit folgend, dort eingreifend in seinen Umschwung und mit starker Hantr

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