Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 10 (1932)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1932)
- Article
- Das Heldenlied von der Nadel
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 430 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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430 MENORAH Die kommunistische Freiheit*" und der sozialistische „Vorwärts"* sorgten beide dafür, daß das Feuer fleißig geschürt werde. Die Linken veranstalteten Demonstrationen vor der Hedaktion des Vorwärts", ja brachen sogar in das Haus ein; beide Parteien beschuldigten einander. Unterstützung von nichlmarxistischer Seite anzunehmen: und die Presse brachte richtige Kriegsberichte. In den verschiedenen Gewerkschaften verlief der Kampf natürlich ungleich. Es gab eine Reihe unterscheidender Merkmale, aber auch viel Gemeinsames. Einzel heilen würden hier zu weit führen. Es sei bloß gesagt, daß der Kampf in den verschiedenen Männergewerkschaften im Allgemeinen glimpflicher verlief, während die Frauenorganisationen geradezu zerrissen wurden und sich noch immer nicht ganz erholt haben. Es hat dies komplizierte lokale Gründe. Das Ende des Krieges war überall der Sieg der Rechtein oft erst nach erbitterten Konflikten, die die Gewerkschaften in ihren Grundfesten erschütterten, oft nach kurzem und leichtem Kampf. Der Krieg hatte ein Gutes: zwei verschiedene Richtungen wurden ausprobiert. Die Rechten bestanden darauf, daß das Wohlergehen der Industrie die erste Sorge der Gewerkschaft sein müsse, die Linken verlangten die alte Strategie des industriellen Kampfes. Diese Strategie wurde während der Herrschaft der Linken bei den Kürschnern und den Damenschneidern ausprobiert und hatte ein klägliches Resultat. Trotz langer und kostspieliger Streiks wurden nicht einmal augenblickliche Vorteile erreicht. JL/ie Nadelarbeiter halten sich daher jetzt an das System der Rechten. Im Kampfe gegen die Probleme der kaleidoskopisch wechselnden Bedingungen, gegen das Elend und den Verfall der Nachkriegszeit experimentieren sie mit dem verhältnismäßig neuen System, die Industrie auszubauen und zu stützen. Hier hat die A m a 1 g a m a t e d (Vereinigte Nadelarbeiter) schon bedeutende Erfolge zu verzeichnen. Sie hat durch ihre Banken Firmen finanziert, die sonst kein Kapital zum Durchhalten in besonders schwierigen Zeilen bekommen hätten. Sie hat in Mihvaukee mit gutem Erfolg eine eigene Fabrik errichtet, weil dort die größte Firma nichts mit der Gewerkschaft, zu tun haben wollte. xSie hat wiederholt den Unternehmern von Erfolg begleitete Ratschläge gegeben, wie die Produktionskosten zu verringern seien. Als Hart, Schalter und Marx, die größte Männerkleiderfabrik der Welt, in Gefahr geriet, weil die billige Erzeugung überall durchdrang, half sie der Firma dabei, ihre Produktion auf eine Mittellinie umzustellen. Um all diesen neuen L