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Menorah · 1932-09-01 · Heft 9-10 (September 1932) · p. Seite 394

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 9-10 (September 1932)
Article
Das Allukrainische Staatsmuseum für jüdische Kunst auf den Namen von Mendele Mojcher Sfurim in Odessa
Date
1932-09-01
Page
Seite 394 (sequence 2)
Language
German
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394 MENORAH auch jetzt noch in schwachen Ansätzen) die Strukturwandlung der jüdischen Bevölkerung zum Gegenstande haben. Das Museum verfügt über viel Material zur Geschichte des jüdischen Theaters und der der sogenannten „Volkskunst", zur Geschichte der jüdischen Literatur und anderes wertvolle Material. Einen besonderen Raum nimmt die Pflege des Andenkens an Mendele Mojcher Sfurim ein, Bilder und Manuskripte aus seinem Nachlaß sind im ,,Mendele"~Zimmer vereinigt. Auch dem jiddischen Schriftsteller J. J. Linetzki, Verfasser des Romans „Das pojlische Jingel", ist eine eigene Ecke gewidmet. Der literarische Nachlaß dieses Schriftstellers ist im Museum aufbewahrt. Einen breiten Raum nimmt die Sammlung von ritualem Gerät ein. Da sind die einfachsten Tempeltücher bis zu den künstlerisch vollendeten Samtstickereien für Thorarollen, Holzschnitzereien, „Hudessieche" (Gewürzbchälter) und „Thorakronen", — eine frankistische Thorakrone aus dem 18. Jahrhundert weist ganz eigenartige reiche Formen auf. Buchumschläge und Album hüllen zeigen vielfach künstlerisch vollendete Graphik, darunter die „Pinkassim" der jüdischen Handwerk erzechen u. a. m. Große Beachtung findet die Sammlung von Amuletten und heiligen Sprüchen, die von den chassidischen Rabbinern ihren Anhängern als Talismane ausgefolgt wurden. Sie dienen hier naturgemäß als Argumente g e g e n Frömmlertum und Wunderglauben. Die Sammeltätigkeit des Odessaer Museums, das seiner Bedeutimg nach eigentlich das Museum für den ganzen Sowjetverband ist, wird von der Sowjetregierung sehr gefördert, aber auch einzelne Private haben durch aktive Mitwirkung und durch BereitsleHung von wichtigen Materialien und Dokumenten, sowie von Bildern und Skulpturen zum Ausbau des Museums beigetragen. J. S. Jeh Unter Feinden, fremd, verlassen, Fromm das Aug' nach Ost gerichtet, In Toledos Gittergassen Gottverziickt Jehuda dichtet: „Könnt ich nur den Staub betreten. Wo einst Zions Tempel stand — Den verlorenen Garten Eden — Meiner Väter heiVges Land!" u d a Opfer rund den Erdball säumen, Von der Völker Groll und Grimme Blutig rot die Meere schäumen. — Drohend steigt Jehudas Stimme — Tief dereinst sich müssen neigen, Die Dir schlugen ins Gesicht, Wahrheit tönt durch Tod und Schweigen: Israel tritt vor zum Licht! Isak Alfassi, der Weise, Kommt des Wegs — weilt vor der Pforte - Schülerscharen: Männer, Greise Hören hier Jehudas Worte: „Die dich heute hart verhöhnen, Werden Dein gebeugtes Haupt Wieder mit der Krone krönen, Die Dir, Juda, ward geraubt! Glaubet — Betet — Harret — Duldet — Lehret solches Euren Söhnen: Ungemach, das unverschuldet, Will die Seele sanft verschönen. Dank dem Namen für die Bürde, Die Erwählten ward zu Teil! Stamm urew'ger Königswürde, Deinem Blut entblüht das Heil." Zart zukünftiger Hoffnung Schauer, Von der Inbrunst Kraft durchdrungen, Zittert durch die Menschenmauer Als Jehudas Lied verklungen. Fi eundesarme ihn umfassen — Heimatlaut lädt zum Gebet — In Toledos Gittergassen Zions Strahlentempel steht. Ziska Luise Schember.

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